In Hauenstein und im Dahner Felsenland in der Südwestpfalz gibt es zu wenig Hausärztinnen und -ärzte. Einige Landstriche der Region sind bereits unterversorgt, andere werden es in absehbarer Zeit sein. Der Grund ist der demographische Wandel. Die Ärzte werden älter und gehen in Rente, die Bürger werden älter und nehmen häufiger medizinische Hilfe in Anspruch. Das Problem gibt es bundesweit und doch zeigt es sich im ländlichen Raum mit besonderer Schärfe. So auch in der dünn besiedelten Südwestpfalz.
Holger Zwick und Patrick Weißler, Bürgermeister im Dahner Felsenland und in Hauenstein, wollten dieser Entwicklung nicht länger einfach nur zusehen. Stattdessen haben sie vor, gemeinsam ein medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) in ihren Gemeinden zu errichten.
Ärztemangel: Junge Ärzte wollen Zeit für ihre Familie haben
In einem solchen Versorgungszentrum arbeiten mehrere Ärzte unter einem Dach. Der Vorteil für die Ärzte: Sie arbeiten dort als Angestellte und müssen sich nicht um die Bürokratie kümmern, die bei einer eigenen Praxis anstünde. Dadurch erhoffen sich die beiden Bürgermeister, wieder mehr Mediziner für ihre Region zu gewinnen.
"Die jungen Ärzte heutzutage wollen den Menschen helfen, aber nicht die Buchhaltung machen", erklärt Holger Zwick, der Bürgermeister im Dahner Felsenland. "Sie wollen im Team arbeiten und nach dem Feierabend noch Zeit für ihre Familien haben." Mit dem MVZ stelle man die Infrastruktur her, um diesen Anforderungen zu entsprechen. Er habe bereits mit Ärzten gesprochen, die an dem neuen Konzept interessiert seien.
MVZ: Erlaubnis der Kommune fehlt noch
Erst einmal laute das Ziel: "eine Grundversorgung mit Allgemeinärzten", so Holger Zwick. "Die Leute haben lange Wege und müssen dann oft stundenlang warten", berichtet er aus seiner Gemeinde. "Manche finden gar keinen Arzt mehr." Das müsse sich unbedingt ändern.
Die Leute haben lange Wege und müssen dann oft stundenlang warten.
Im Gemeinderat habe sich die Mehrheit bereits für die Errichtung eines MVZs ausgesprochen, nun fehle noch die Erlaubnis der Kommunalaufsicht. "Da sind noch einige Bretter zu bohren", sagt Holger Zwick. Sobald die Genehmigung da sei, würde man loslegen. "Wir haben schon mehrere Immobilien in Aussicht", so Zwick. Das MVZ solle sich auf mehrere Standorte innerhalb der beiden Gemeinden verteilen. Neu gebaut werde erstmal nicht.
Mehr Details verraten die Bürgermeister zu diesem Zeitpunkt nicht. Denn vieles scheint noch nicht geklärt zu sein. Auch die Höhe der Kosten steht noch aus. Derzeit rechnen die beiden Initiatoren mit rund 200.000 Euro Startkapital.