Da ist zunächst die gute Nachricht: Die Mehrheit der Auszubildenden in Rheinland-Pfalz ist mit ihrer Ausbildung zufrieden. Über drei Viertel der Befragten würden sich wieder für ihren jetzigen Ausbildungsbetrieb entscheiden.
Aber dann folgt die Ernüchterung. Bei der aktuellen Umfrage der IHK mit mehr als 6.300 Auszubildenden aller Berufe und Ausbildungsjahre in Rheinland-Pfalz gaben 67 Prozent an, dass sie sich mehr Anerkennung von der Gesellschaft und der Politik für ihre Entscheidung für eine Ausbildung wünschen.
Das haben zwar knapp drei Prozentpunkte weniger junge Leute gesagt als bei der letzten Umfrage im vergangenen Jahr. Aber dieser Wert ist für die Industrie- und Handelskammern (IHK) immer noch sehr hoch.
Berufliche und akademische Bildung soll komplett gleichwertig werden
Die IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz leitet daraus klare Forderungen an die neue Landesregierung ab: Sie müsse alles dafür tun, dass die berufliche und akademische Bildung komplett gleichwertig werden. Die duale Ausbildung in Deutschland sei ein international anerkanntes Modell zur Qualifizierung junger Menschen für den Arbeitsmarkt.
Es ist alarmierend, dass nur etwas mehr als die Hälfte der Auszubildenden das Gefühl hat, mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung eine hohe Anerkennung in der Gesellschaft zu genießen.
Bei der Berufsorientierung in Schulen starten
Zur Verbesserung des Images fordern die IHKs in Rheinland-Pfalz, bei der Berufsorientierung an den allgemeinbildenden Schulen Ausbildung und Studium gleichwertig zu präsentieren. Bei der Vorstellung müsste beides denselben Raum einnehmen und es müsse vermittelt werden, dass beides gleichwertige Alternativen seien.
Auszubildende kritisieren Qualität des Unterrichts
Die Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern in Rheinland-Pfalz sieht auch den Bedarf, berufsbildende Schulen mit mehr finanziellen Mitteln moderner auszustatten. Denn über ein Drittel der befragten Auszubildenden kritisiert die Rahmenbedingungen in der Berufsschule.
Dabei geht es allerdings nicht nur um die Räume selbst, auch die Organisation der Stundenpläne und die Qualität des Unterrichts sei nicht immer optimal.
Betrieb nah am Wohnort gewünscht
Man kann aus der Umfrage außerdem Erkenntnisse für Unternehmen ableiten, was die Werbung von Nachwuchs angeht: Dabei spielt der Standort eine Rolle. Für junge Menschen ist es wichtig, dass ihr Ausbildungsunternehmen nah am eigenen Wohnort ist. Zumindest sollten der Ausbildungsbetrieb und die Berufsschule gut erreichbar sein.
Auch die Aussicht, nach der Ausbildung übernommen zu werden, ist für junge Menschen ein wichtiges Kriterium, sich für einen Betrieb zu entscheiden.
Ein Viertel nutzt KI im Betrieb
Ergänzend zu den Standardfragen wurden die Berufsanfänger diesmal gefragt, in welchen Bereichen sie Künstliche Intelligenz (KI) verwenden. Dabei waren Mehrfachantworten möglich.
61 Prozent der befragten Berufsanfänger verwendet sie zum Lernen, 51 Prozent auch in der Freizeit. In den Betrieben nutzt ein Viertel der Befragten KI.