Flugschein vor Führerschein

Bis zu 350 Kilometer lang in der Luft: Junge Piloten messen sich bei Leibertingen

Eine Woche lang fliegen gerade 30 Nachwuchspiloten mit ihren Segelflugzeugen vom Flugplatz Leibertingen verschiedene Routen ab. Es geht um Schnelligkeit, Spaß und Gemeinschaft.

Teilen

Stand

Von Autor/in Lisamarie Haas Baum

Beim Jugendvergleichsfliegen in Leibertingen (Kreis Sigmaringen) fliegen 30 junge Segelflugpilotinnen und -pilotenen im Alter von 16 bis 25 Jahren täglich Routen von bis zu 350 Kilometern. Manche der Nachwuchsflieger dürfen noch gar nicht Auto fahren, aber schon ein Segelflugzeug steuern.

Flugschein vor dem Auto-Führerschein

Für Amelie Steinhorst vom Flugsportverein Ammerbuch ist das Segelfliegen schon längst Routine. Die 21-Jährige hat schon früh mit dem Fliegen angefangen - lange bevor sie einen Auto-Führerschein gemacht hat. "Ich habe oft gedacht, Autofahren ist bestimmt ein bisschen leichter", sagt sie. Mit 14 Jahren könne man mit der Segelflug-Ausbildung anfangen: "Da ist man schon noch klein."

Amelie Steinhorst ist als eine von wenigen Pilotinnen beim Jugendvergleichsfliegen in Leibertingen dabei.
Amelie Steinhorst wird mit ihrem Segelflugzeug in die Luft gezogen. Beim Jugendvergleichsfliegen in Leibertingen war sie schon mehrmals dabei - für sie zählt vor allem die Gemeinschaft mit den anderen Nachwuchspiloten.

Wettbewerbsleiter: Weniger Verkehr in der Luft als auf den Straßen

Wettbewerbsleiter Patrick Krohmer begründet das junge Einstiegsalter unter anderem damit, dass im Luftraum viel weniger Verkehr ist als auf den Straßen. Er beobachte, dass viele junge Piloten mit dem Fliegen lernen, verantwortungsbewusst zu sein.

Amelie Steinhorst hat schnell große Fortschritte beim Segelfliegen gemacht. Sie war erst vor Kurzem bei den deutschen Meisterschaften dabei. Beruflich hat sie sich an ihrem Hobby orientiert. Sie ist gelernte Leichtflugzeugbauerin. Als Frau gehört sie immer noch zur Minderheit im Flugsport. Sie wird vom Dr. Angelika Machinek Förderverein Frauensegelflug e.V. unterstützt und fliegt einen Förderflieger, der ihr zur Verfügung gestellt wird.

Gemeinschaft wichtiger als Punkte beim Jugendvergleichsfliegen in Leibertingen

Beim Jugendvergleichsfliegen müssen die jungen Pilotinnen und Piloten verschiedene Routen abfliegen. Wer die Route am schnellsten schafft, bekommt die meisten Punkte. "Das Ziel von dem Wettbewerb hier ist, in die Überlandfliegerei und die Wettbewerbsfliegerei reinzuschnuppern", sagt Patrick Krohmer: "Für mich fast das Wichtigste ist die Gemeinschaft."

Auf dem Segelflugplatz in Leibertingen (Kreis Sigmaringen) starten und landen Flugzeuge beim Jugendvergleichsfliegen.
Das Flugzeug wird an einem Seil von einer Seilwinde nach oben gezogen. Danach versucht der Pilot beim Jugendvergleichsfliegen Aufwinde zu finden, um möglichst hochzusteigen. Lisamarie Haas Baum Bild in Detailansicht öffnen
Ein Aufgabenblatt für das Jugendvergleichsfliegen: Vom Segelflugplatz in Leibertingen starten die jungen Pilotinnen und Piloten.
Weil die Thermik am ersten Tag auf sich warten ließ, haben die Nachwuchspiloten beim Jugendvergleichsfliegen in Leibertingen statt der geplanten Route nur ein paar Runden um den Flugplatz gedreht. Lisamarie Haas Baum Bild in Detailansicht öffnen
Auf dem Segelflugplatz in Leibertingen starten und landen 30 junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit ihren Fliegern.
30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer machen beim 55. Jugendvergleichsfliegen in Leibertingen mit. Kurz vor dem Start machen sie noch die letzten Handgriffe an ihren Segelflugzeugen. Lisamarie Haas Baum Bild in Detailansicht öffnen
Die Pilotin Amelie Steinhorst sitzt im Cockpit eines Segelflugzeugs beim Jugendvergleichsfliegen in Leibertingen.
Warten auf den Start: Pilotin Amelie Steinhorst vom Flugsportverein Ammerbuch liebt den Ausblick von oben. Sie hat ihre Leidenschaft fürs Fliegen zum Beruf gemacht und ist gelernte Leichtflugzeugbauerin. Lisamarie Haas Baum Bild in Detailansicht öffnen

Um möglichst hochzusteigen und dann auch die Routen zu schaffen, brauchen Segelflieger Aufwinde. Am ersten Wettkampftag am Samstag haben die sich aber nur langsam aufgebaut. Deshalb durfte Amelie Steinhorst nur einen Testflug machen. Am Ende landete sie sicher wieder auf dem Flugplatz Leibertingen.

Auch Außenlandung gehört beim Segelfliegen dazu

Zum Segelfliegen und damit auch zum Jugendvergleichsfliegen gehört auch die Außenlandung. Wenn Segelflieger an Höhe verlieren, müssen sie oft auf einem Acker landen. "Viele sprechen von Notlandung, aber so eine Außenlandung gehört einfach zum Segelfliegen dazu", so Patrick Krohmer.

Beim Jugendvergleichsfliegen in Leibertingen haben die jungen Piloten noch bis Freitag Zeit, um Punkte zu sammeln. Am Ende wird ein Sieger oder eine Siegerin gekürt.

Haiterbach

Nach tragischem Unfall auf Nagolder Flugfest Mann aus Haiterbach steuert trotz Querschnittslähmung Segelflieger

Bei einer Kunstflug-Einlage mit einem historischen Segelflieger brach eine Tragfläche ab. Peter Schuon vom Flugsportverein Nagold ist seitdem auf einen Rollstuhl angewiesen. Das Fliegen gibt er deshalb nicht auf.

Friedrichshafen

Mehr als 30.000 Besucher erwartet Vom Segelflieger bis zum Eurofighter: Luftfahrtmesse "AERO" startet in Friedrichshafen

Am Mittwoch hat auf dem Messegelände in Friedrichshafen die internationale Luftfahrtmesse "AERO" begonnen. Die Schwerpunkte liegen auf Nachhaltigkeit und Geschäftsreiseflugzeugen.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Lisamarie Haas Baum
Lisamarie Haas Baum ist Reporterin für Hörfunk, Online und Fernsehen beim SWR im Studio Tübingen.

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!