Große, silberne Luftballons wehen an einer Schnur über einem Acker in Waldhausen im Tübinger Norden. Was hat es damit auf sich? Das fragt sich dieser Tage so mancher Spaziergänger. Die Überbleibsel einer Hochzeit sind es jedenfalls nicht. Die Ballons hat Landwirt Patrick Butterweck auf seinen Feldern verteilt: Er nutzt die mit Helium gefüllten Ballons, um Krähen von seinen Mais-Feldern fernzuhalten.
Mit den klassischen Methoden kam der Landwirt nicht weiter
Die Vögel picken ihm nämlich die frisch ausgesäten Maiskörner wieder aus dem Boden. Laut Butterweck funktioniert die Vogel-Abschreckung, weil die Ballons Schatten werfen. So entstehe der Eindruck, als kreisten Greifvögel über dem Acker. Das vertreibt die Krähen und die Körner bleiben da, wo sie hingehören.
"Letztes Jahr habe ich damit gute Erfolge erzielt", berichtet der 41-Jährige. Mit den klassischen Methoden kam der Landwirt nicht weiter: Zum Beispiel die Mais-Körner noch tiefer in den Boden säen. Oder nochmal mit der Walze drüber, damit die Körner fest im Boden sitzen - und die Krähen es nicht zu einfach haben. Chemische Mittel kommen für den Bio-Landwirt auch nicht in Frage. Also die Luftballons.
Doch der 41-Jährige hat ein Problem: Immer wieder kommt es vor, dass Menschen die Ballons einfach mitnehmen. Von insgesamt 25 sind bereits zehn auf diese Weise weggekommen. Einmal hat er auch Kinder auf frischer Tat ertappt. Butterwecks Appell: "Die Ballons bitte hängen lassen, damit in drei Wochen die Pflanzen stark genug sind - und die Krähen sie dann nicht mehr rausziehen können". Dann könne man die Ballons auch mitnehmen.