Der Mafia-Prozess gegen einen Polizisten aus Fellbach (Rems-Murr-Kreis) endet am Freitag mit einem Freispruch. Der Mann war wegen versuchter Anstiftung zum Totschlag an seinem Vorgesetzten vor dem Landgericht Stuttgart angeklagt gewesen. Der Polizist hatte bei einem Unterstützer der kalabrischen Mafia unter anderem um eine "Abreibung" für seinen Chef gebeten - entsprechende mitgeschnittene Telefonate wurden als Beweise vorgelegt.
Richterin erkennt beim Angeklagten keine ernsthafte Absicht
Die Vorsitzende Richterin sagte in ihrer Urteilsbegründung, dass der Angeklagte zum Zeitpunkt des Telefonats mit seinem italienischen Freund nicht wirklich erwartet habe, dass sein Freund sofort Killer anheuere. Der Angeklagte sei auch immer im Konjunktiv geblieben, habe nie nachgefragt, wann es zur Abreibung komme. Das seien alles straflose Vorbereitungshandlungen gewesen.
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Am Landgericht Stuttgart hat der Prozess gegen einen Polizisten aus dem Rems-Murr-Kreis begonnen. Beim Auftakt werden beinah filmreife Telefonate vorgespielt.
Die Verteidigung und die Staatsanwaltschaft hatten zuletzt gefordert, den Polizisten wegen Schuldunfähigkeit freizusprechen. Ein Gutachter hatte bei dem Mann eine psychische Störung festgestellt. Die Staatsanwaltschaft wollte eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus mit der Möglichkeit einer Bewährung.
Polizist noch in einem zweiten Mafia-Prozess angeklagt
Der Polizist steht noch in einem zweiten Mafia-Verfahren vor Gericht. In diesem wird ihm Geheimnisverrat vorgeworfen. Konkret soll er zwei Mal in polizeilichen Datenbanken Informationen - Autokennzeichen und Personendaten - abgerufen und an einen Unterstützer der kalabrischen Mafia-Organisation 'Ndrangheta weitergegeben haben. Wann dazu ein Urteil fällt, ist noch offen.