In Ludwigsburg ist in der Nacht auf Dienstag geschossen worden. Wie die Polizei am Morgen danach mitteilte, handelt es sich um dasselbe Gebäude, auf das mutmaßlich in der Nacht zuvor ein Brandanschlag verübt worden war.
Polizei: Kein erhöhtes Sicherheitsrisiko für Bürger
Das Gebäude befindet sich in der Hindenburgstraße, auf Höhe der Jägerhofallee in der Ludwigsburger Oststadt. In ihm hat nach Angaben der Polizei eine Sicherheitsfirma ihren Sitz. An dem Geschäftshaus konnten mehrere Einschüsse festgestellt werden, teilte die Polizei am späten Dienstagnachmittag mit. Auch die Staatsanwaltschaft sei involviert.
Nach den Schüssen und dem Brandanschlag gibt es für die Bürgerinnen und Bürger in Ludwigsburg kein erhöhtes Sicherheitsrisiko, berichtet am Donnerstag die Nachrichtenagentur dpa mit Verweis auf die Polizei. Die Ermittler gehen demnach davon aus, dass es sich um zielgerichtete Aktionen gehandelt hat, bei denen Unbeteiligte nicht im Fokus standen.
Verdacht auf Zusammenhang mit Streit in Security-Branche
Es werde nicht nur ein Zusammenhang mit der mutmaßlichen Brandstiftung in der Nacht zuvor geprüft, sondern auch mit der Abgabe von Schüssen in der Oststadt im April 2025 und einem Fahrzeugbrand in Bietigheim-Bissingen im Mai vergangenen Jahres. Die Sonderkommission "Frost" habe die Ermittlungen übernommen. Diese Soko war auch mit den Schüssen in Tamm im Mai 2025 befasst, die auf einen Streit in der Security-Branche zurückgehen. Damals wurde ein 23-Jähriger schwer verletzt. Monate später nahm die Polizei erst bei Razzien in mehreren Landkreisen junge Männer fest, dann zwei Männer in den Niederlanden.
Ermittlungen der "Soko Frost" Festnahmen nach Schüssen in Ludwigsburg
Die Ludwigsburger Polizei hat am Dienstag vier junge Männer festgenommen. Sie sollen im April gemeinschaftlich versucht haben, zwei andere Männer zu töten.
Die Schüsse in Tamm wiederum führten die Ermittler auf die Spur von mutmaßlicher Korruption in der Staatsanwaltschaft Stuttgart. Sieben Bedienstete der Staatsanwaltschaft sollen bestechlich gewesen sein und Dienstgeheimnisse verraten haben. Dazu sollen ein Wachtmeister und sechs Angestellte oder Beamte über die Justiz-Software auf Daten zugegriffen und diese weitergegeben haben.
Nach Ermittlungen zu Schüssen in Tamm Wachtmeister in U-Haft - Polizei ermittelt gegen Stuttgarter Staatsanwaltschaft
Die Staatsanwaltschaft Heilbronn verdächtigt sieben Bedienstete der Staatsanwaltschaft Stuttgart. Es geht um den Verdacht von Bestechlichkeit und den Verrat von Dienstgeheimnissen.
Bei dem aktuellen Brand in Ludwigsburg hatten Anwohner gegen 2 Uhr ein Knallgeräusch gehört, heißt es in einer Polizeipressemitteilung vom Montag. Auf dem Gehweg sowie einem Grünstreifen habe es dann gebrannt. Die Fassade und eine Eingangstür eines Geschäftshauses seien beschädigt worden.
Ludwigsburg: Täter sind weiterhin flüchtig
Zum Zeitpunkt, als dann die Schüsse auf dasselbe Gebäude fielen, habe sich niemand in dem Haus befunden, hieß es am Dienstag. Ein Auto soll anschließend mit hoher Geschwindigkeit über die angrenzende Jägerhofallee in unbekannte Richtung davongefahren sein. Die Polizei leitete sofort eine großangelegte Fahndung ein, konnte den oder die Tatverdächtigen aber bislang nicht fassen. Die Höhe des entstandenen Schadens steht noch nicht fest.