Ein dicker feuchter Alpaka-Knutscher: Für Siri Arnold aus Köngen (Kreis Esslingen) könnte es wohl kaum ein schöneres Geburtstagsgeschenk geben. Auch zu ihrem 16. Geburtstag. Die Geburtstagsfeier auf der Farm der Familie Schaber in Nürtingen hat für Siri eine lange Tradition: Mit sechs Jahren kam sie zum ersten Mal hier her - und sie kam wieder, jedes Jahr. Daran konnte auch die Tatsache nichts ändern, dass ihr Bruder Kiran gleich bei der ersten Geburtstagsfeier von einem Alpaka angespuckt wurde.
Ein Besuch im Freizeitpark? Ein Abend im Partykeller? Nein, danke, nicht für Siri. Sie liebt die ruhige, entspannte Art der Alpakas - und ihren Eigensinn. "Mir gefällt, dass jedes Tier seine ganz eigene Persönlichkeit und seinen eigenen Willen hat. Und sie sind weich", sagt Siri, die ihren 16. Geburtstag dieses Mal mit drei Freundinnen auf der Farm verbringt.
Steckbrief Alpaka
Alpakas sind die etwas kleineren Verwandten der Lamas. Sie sind vor allem für ihre sehr feine, warme Wolle berühmt.
"Was ist überhaupt ein Alpaka?"
Auch dabei: ihre Mutter. Stefanie Arnold hörte vor zehn Jahren von einer Freundin von der Alpakafarm. Damals seien Alpakas noch nicht so präsent und beliebt wie heute gewesen, erzählt sie. "Ich habe mich damals gefragt, was überhaupt ein Alpaka ist. Und auch meine Tochter konnte sich nichts darunter vorstellen, also sind wir hergekommen."
160 Alpakas gibt es auf der Farm der Familie Schaber in Nürtingen. Das Alpaka, das Siri damals auf ihrer ersten Alpaka-Tour mit sechs Jahren führen durfte, lebt heute leider nicht mehr. Dafür lernen die Mädchen Leo kennen - einen besonders zahmen Alpakahengst, der sich streicheln lässt und sogar Küsschen verteilt.
Küsschen sind die Ausnahme
"Eigentlich mögen es die meisten Alpakas nicht, gestreichelt zu werden - vor allem nicht am Kopf und am Hals", erklärt Alpakafarmer Paul Carib, der auch schon bei Siris erster Geburtstagsfeier dabei war. Denn Alpakas sind Fluchttiere und ziemlich sensibel.
Auf der Farm der Familie Schaber bekommen alle Alpakas in jungen Jahren beigebracht, mit einem Menschen an der Leine zu gehen. Später kristallisiert sich dann aber heraus, welche Alpakas geeignet sind für Trekkingtouren und welche eben nicht. "Wer mitgehen will, der geht - und wer nicht, der nicht", sagt Paul Carib. "Wir wollen die Tiere auf keinen Fall stressen."
Alpaka-Tour mit Hindernissen
Füttern, Streicheln und am Ende noch eine Runde Laufen mit den Alpakas: So sieht der perfekte Geburtstag für Siri aus. Wobei die Alpaka-Tour dieses Jahr wegen Regen etwas kürzer ausfällt. Während die Geburtstagsgesellschaft über die Pfützen auf dem Weg springt, würden sich die Alpakas am liebsten reinlegen und müssen mit viel Überzeugungsarbeit zum Weitergehen animiert werden.
Ob Siri nächstes Jahr wieder kommt? Ja, sagt sie. Wobei es da auch noch die Wahrscheinlichkeit gibt, dass sie bald selbst stolze Alpakabesitzerin sein könnte. "Eine Freundin meiner Mutter hat ein Grundstück. Wir überlegen gerade, ob wir da ein paar Alpakas halten sollen", erzählt die 16-Jährige. Möglicherweise kann sie also schon bald mit ihren eigenen Alpakas feiern.