Die Stuttgarter Wilhelma setzt momentan große Hoffnung in einen Brillenbären aus Österreich. Denn das Tier mit dem Namen Hubärt soll in der Wilhelma für Nachwuchs sorgen. In der Stuttgarter Felsenanlage leben die 22 Jahre alte Brillenbärin Cashu. Ihre siebenjährige Brillenbär-Tochter Suyana soll die Auserwählte sein.
Es ist sozusagen eine Hochzeitsreise der besonderen Art, die Brillenbär Hubärt unternimmt. Das 17-jährige Männchen ist eigentlich in einem österreichischen Tierpark in Herberstein in der Steiermark zu Hause, knapp 700 Kilometer von Stuttgart entfernt.
Der Wilhelma geht es um die Erhaltung der Art
Die ersten Annäherungsversuche bestanden darin, dass Hubärt seiner Artgenossin Interesse signalisierte. Doch sie reagierte mit lautem Fauchen und einer ersten Ohrfeige. Die Besucher staunten nicht schlecht und sind deshalb etwas skeptisch, ob das klappt. Aber es ist ja auch keine Liebesgeschichte, erklärt Ulrike Rademacher.
Es ist ja nicht so, dass sich diese beiden Brillenbären zufällig irgendwo getroffen haben und gemerkt haben, sie mögen sich.
Stattdessen wurden die Tiere gezielt miteinander verkuppelt. Denn die Bestände des Brillenbären, der ursprünglich in den Anden Südamerikas beheimatet ist, gehen immer mehr zurück. Eine Ursache ist die Zerstörung seines Lebensraums. Die andere ist, dass der Brillenbär illegal erlegt wird. Auf der Roten Liste der Internationalen Union zur Bewahrung der Natur (IUCN) wird der Brillenbär laut Wilhelma als gefährdet eingestuft.
Hoffnung auf Nachwuchs bei den Brillenbären in der Wilhelma
Mittlerweile haben sich Hubärt und Suyana einmal gepaart, berichtet Ulrike Rademacher. Ob das erfolgreich war, weiß die Tierexpertin noch nicht. Das zeigt sich frühestens in sieben Monaten, solange dauert die Tragzeit bei Brillenbären. Und wenn der Nachwuchs dann kommt, darf Brillenbär-Männchen Hubärt wieder zurück in seine Heimat.