Von Pizza-Kartons auf der Rückbank des Streifenwagens über Tatorte bis hin zur erschöpften Ruhepause im Mannschaftswagen: Die Ausstellung Polizeifotografie zeigt Polizeiarbeit, wie man sie vorher nicht gesehen hat. Sie beginnt erst im November in der Fotogalerie Zephyr (im C4-Quadrat) der Reiss-Engelhorn-Museen (rem) in Mannheim. Aber schon jetzt gab es erste Einblicke.
Große Begeisterung bei der Polizei Mannheim
Die Begeisterung bei den Polizistinnen und Polizisten über die Auswahl war groß: Mehrere hundert Fotos stammen von Handys der Beamten im Bereich des Polizeipräsidiums Mannheim.
Die Ausstellung beginnt am 8. November und dauert bis zum 27. Juni 2027, inklusive vieler Begleitaktionen. Sie wird danach in anderen Museen zu sehen sein.
Polizeifotografie - Es geht nicht nur um Gewalt
Die Idee war schon da, bevor der Mord auf dem Mannheimer Marktplatz an dem Polizisten Rouven Laur geschah, hieß es am Donnerstag. Die Bilder von solchen Einsätzen sind nur ein Teil der Ausstellung. Es werde auch ein sehr menschlicher Polizeialltag dargestellt, um zu zeigen, dass sich hinter jeder Uniform ein Mensch verbirgt.
Am Ende werden rund 120 Fotos zu sehen sein, die momentan ausgesucht und mit erklärenden Texten versehen werden. Eine erste Auswahl wurde jetzt veröffentlicht.
Zur Vorstellung kam auch Innenminister Thomas Strobl (CDU), der oberste Dienstherr der Polizei im Land. Das Innenministerium hat die Ausstellung zusammen mit den Reiss-Engelhorn-Museen konzipiert. Thomas Strobl betonte, es sei ihm wichtig, die Menschen hinter der Uniform in den Mittelpunkt zu rücken, auch um Respekt und Anerkennung für die Arbeit der Polizei fördern.
Die Fotografien zeigen polizeiliche Arbeit zwischen Anspannung und Erschöpfung, Nähe und Distanz. Es sollen aber auch die Gefahren heutiger Polizeiarbeit gezeigt werden, wie Gewalt gegen Einsatzkräfte.
Reiss-Engelhorn-Museen sind Partner der Polizei
Die Ausstellung zeigt auch die Anfänge der Polizeifotografie, die direkt nach der Erfindung der Fotografie in den frühen 1840er Jahren begann.
Wilfried Rosendahl, Generaldirektor der Reiss-Engelhorn-Museen, wies zudem darauf hin, dass die Museen mit ihrem wissenschaftlichen Institut schon lange der Polizeiarbeit verbunden sind: Sie helfen bei der Bestimmung des Alters von Knochen oder Schädeln oder auch bei Bildern oder Kunstgegenständen.