Grannen sind die spitzen, borstigen Fortsätze an vielen Gras- und Getreidearten. Eigentlich helfen sie der Pflanze dabei, ihre Samen zu verbreiten. Für Hunde werden sie aber zum Problem, sobald sie sich im Fell verfangen.
Grannen im Hundefell: Unterschätzte Gefahr
Durch ihre raue Oberfläche und ihre Widerhaken sind Grannen wie kleine Pfeile gebaut. Sie sind "richtig spitz", so Hundetrainer Andreas Gold aus Karlsruhe. Sie bleiben leicht hängen, lösen sich von der Pflanze und wandern bei jeder Bewegung des Hundes immer weiter in Richtung Haut oder Körperöffnung. Dort können sie die Haut des Tieres durchstechen und Infektionen verursachen. So können die Grannen durch den Magen-Darm-Trakt oder die Atemwege wandern, wo sie im schlimmsten Fall lebensbedrohliche Schäden anrichten können.
Grannen können:
- starke Schmerzen verursachen
- Entzündungen auslösen
- Abszesse bilden
- sich tief ins Gewebe bohren
- empfindliche Strukturen in Nase, Ohr oder Auge verletzen
Grannen kommen nicht nur auf Feldern vor, sondern auch an städtischen Wegesrändern und in Parks. Deshalb ist das Risiko im Sommer fast überall vorhanden. Vor allem, wenn wenig gemäht wird oder gemähtes Gras liegen bleibt, wird die Gefahr für Hunde größer.
Humpeln oder Kratzen: Das sind die Anzeichen für Grannen
Wenn Hunde oder Katzen plötzlich humpeln, könnte es an Grannen liegen. Weitere Anzeichen sind häufiges Kopfschütteln, starkes Niesen, intensives Kratzen an Nase oder Ohren sowie verstärktes Lecken an den Pfoten. Manche Hunde jammern auch vor Schmerzen. Jedes Körperteil kann betroffen sein, Grannen können sogar eingeatmet werden.
Damit die spitzen Grannen erst gar keinen Schaden anrichten können, sollten Hunde hohes Gras oder Getreidefelder besonders im Sommer meiden. Nimmt der Vierbeiner auf dem Feld doch mal Reißaus, rät Tierärztin Susanne Arndt dazu, sich das Tier hinterher ganz genau anzuschauen.
Ganz wichtig ist, dass man nach dem Spaziergang den Hund gut untersucht. Auch an versteckte Stellen denken, wie unter dem Halsband.
Wichtig sei es, so die Ärztin, bei den ersten Anzeichen direkt zu reagieren. Gerade jetzt im Sommer ist beim Spaziergang übers Feld also besondere Vorsicht geboten.