Anfang Oktober wanderte Elch Erwin tagelang durch den Schwarzwald im Ortenaukreis - offenbar völlig entspannt. Wie er dort hingekommen ist, wusste niemand. Auch jetzt bleibt der genaue Hergang seines Streifzuges noch rätselhaft. Nun wurde bekannt, dass er aus einem Zwischengehege im Ortenaukreis entkommen sein soll.
Elch Erwin soll aus "Zwischengehege" ausgebrochen sein
Eigentlich sollte Erwin von einem Tiertransporteur vom Wildpark Pforzheim in den Bayerischen Wald gebracht werden. Dort kam er aber nie an. Der besagte Transporteur habe gegenüber der Polizei behauptet, dass er den Elch auf dem Weg nach Bayern in einem Gehege im Ortenaukreis "zwischenstationiert" habe. Von dort soll er dann ausgebrochen sein, das berichtete ein Sprecher der Polizei dem SWR. Wie genau das passiert sein soll, habe der Transporteur nicht gesagt. Nach Angaben der Polizei hielt sich der Transporteur mit weiteren Angaben "bedeckt".
Auf die Frage, ob die Polizei dem Fall noch weiter nachgeht, hieß es, dass die Ermittlungen beendet seien. "Es liegt keine Strafanzeige vor", sagte der Polizeisprecher. Als der Elch gefunden und eingefangen wurde, habe kein strafrechtlicher Verstoß festgestellt werden können. Das wäre zum Beispiel der Fall gewesen, wenn das Tier verletzt gewesen wäre, so der Sprecher weiter. "Für uns ist das Wichtigste, dass es dem Elch gut ging."
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollte der Elch in die bayerische Stadt Passau gebracht werden. Wohin genau, blieb aber unklar - die Stadt Passau teilte auf Anfrage mit, es gebe dort kein Gehege, in dem Elche gehalten werden.
Wildpark Pforzheim will Elch Erwin doch behalten
Der Chef des Wildparks Pforzheim, Carsten Schwarz, überlegt derweil, wie und ob man Elch Erwin behalten kann. Denn eigentlich sollte Erwin den Wildpark verlassen, damit es in der Herde nicht zur Inzucht kommt.
"Aktuell finden Überlegungen statt, wie wir die Geschichte von Elch Erwin (früher Lord Fynn) vor allem in seinem Sinne zu Ende schreiben und welche medizinischen Lösungen es gibt [...]", so Carsten Schwarz. Es sei noch keine finale Entscheidung getroffen worden.
Zu den Aussagen zur Zwischenstation im Ortenaukreis sagt Carsten Schwarz auf Nachfrage des SWR: "Was sich wirklich ereignet hat, wissen wir nicht. Wir sind selbst auf die Ermittlungsergebnisse der Polizei gespannt." Der Transporteur habe sich immer wieder in Widersprüche verstrickt. Schwarz geht davon aus, dass die Kosten für Rücktransport und das Einfangen des Elches dem Transporteur in Rechnung gestellt werden.