Prozess gegen die Eltern fortgesetzt

Mord an Offenburger Schüler: Fotos zeigen den Täter mit einer Pistole

Zwei Jahre sind die Todesschüsse eines Jugendlichen auf einen Mitschüler her. In Offenburg läuft der Prozess gegen die Eltern. Am Dienstag kamen neue Details ans Licht.

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Von Autor/in Ulf Seefeldt

In der Familie des Jugendlichen, der einen Mitschüler in Offenburg erschossen hat, haben Waffen eine große Rolle gespielt. Das wurde am Dienstag im Prozess gegen die Eltern des damals 15-jährigen Schützen vor dem Offenburger Landgericht deutlich. Die Eltern sind wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.

Wie schon am zweiten Verhandlungstag wurden mehrere Polizisten als Zeugen befragt. Außerdem wurde ein Foto gezeigt, das den damals 15-Jährigen mit einer Pistole zeigt.

Polizisten: Jugendlicher soll von geplantem Attentat erzählt haben

Wie die Polizisten berichteten, haben sie bei ihren Ermittlungen damals im Haus der Familie nicht nur Pistolen und ein Gewehr, sondern auch aufklappbare Messer, sogenannte Butterfly-Messer, mit 14 Zentimeter langen Klingen gefunden. Zum Teil im Wohnzimmer, aber auch im Zimmer des damals 15-Jährigen.

Außerdem kam heraus, dass der Jugendliche kurz vor der Tat gegenüber einem Mitschüler behauptet haben soll, er plane ein Attentat. Ob Vater und Sohn Schussübungen gemacht haben, konnte nicht geklärt werden.

Urteil soll am 13. Mai gesprochen werden

Der 44-jährige Vater hatte am ersten Prozesstag behauptet, Waffen seien in der Familie nie ein Thema gewesen. Die Pistole, mit der sein Sohn einen Mitschüler erschossen hatte, habe in einem Tresor gelegen, der Schlüssel sei versteckt gewesen. Der Sohn wird im Prozess gegen seine Eltern nicht aussagen. Die Plädoyers sollen voraussichtlich am 12. Mai gehalten werden. Am 13. Mai könnte ein Urteil gesprochen werden.

Der Prozess gegen den Schützen hatte bereits im Sommer 2024 am Offenburger Landgericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden. Grund dafür war das Alter des Angeklagten. Daher wurden weder die Urteilsbegründung noch das Tatmotiv des zum Tatzeitpunkt 15-jährigen Schülers öffentlich bekannt. Das Landgericht verurteilte ihn unter anderem wegen Mordes und versuchter schwerer Brandstiftung zu acht Jahren und neun Monaten Jugendstrafe.

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SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW

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Ulf Seefeldt
Ulf Seefeldt mit Mikrofon in der Hand im SWR Studio Offenburg

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