Das Europa League-Spiel des SC Freiburg am Donnerstag gegen die Mannschaft Maccabi Tel Aviv aus Israel bescherte Freiburg nicht nur einen 1:0-Sieg (0:0), sondern auch den größten Polizeieinsatz seit dem Papst-Besuch 2011. Bereits seit Mittwoch liefen die Sicherheitsvorkehrungen in der Stadt.
Insgesamt war die Polizei am Donnerstag mit rund 2.300 teils schwer bewaffneten Kräften im Einsatz. Unterstützt wurde das Polizeipräsidium Freiburg dabei auch von Beamtinnen und Beamten aus benachbarten Bundesländern sowie von der Bundespolizei. Während des Spiels kreiste ein Polizeihubschrauber über der Stadt.
Das Polizeipräsidium Freiburg zog nach dem Spiel am späten Donnerstagabend eine positive Bilanz. Die Veranstaltung sei nach derzeitigem Kenntnisstand friedlich und weitgehend störungsfrei verlaufen, teilte die Polizei mit.
Viele Plätze im Stadion blieben leer
Insgesamt meldete der SC Freiburg bei Spielende rund 27.500 Zuschauer, viele der mehr als 34.000 Plätze blieben leer. Gründe waren unter anderem der Boykott vieler Ultras und die wenigen Gästefans aus Israel. Nach Spielende blieb es rund um das Stadion friedlich. Heim- und Gästefans blieben strikt getrennt.
Einlass lief schleppend
Der SC Freiburg hatte via Instagram gemeldet, dass sich der Einlass verzögerte. Grund dafür waren "zusätzlich notwendig gewordene Sicherheitsüberprüfungen von Mitarbeitenden des Ordnungs- und Sicherheitsdienstes", so die Polizei. Zum Zeitpunkt des Anpfiffs standen noch Hunderte Fans in den Schlangen am Einlass.
Europa-League-Spiel gegen Maccabi Tel Aviv Verzögerung beim Einlass: Hunderte Fans des SC Freiburg zu spät im Stadion
Zahlreiche Fans des SC Freiburg haben am Donnerstag den Anpfiff des Europa-League-Spiels gegen Maccabi Tel Aviv verpasst. Grund war eine ungeplante Verzögerung beim Einlass.
Verkehrsbehinderungen auch wegen Demos
Vor dem Fußballspiel musste mit Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt und rund um das Europa-Park Stadion gerechnet werden. Das ganz große Chaos blieb aber aus. Eine frühzeitige Anreise für alle Fans wurde dringend empfohlen. Die Polizei war mit verstärkten Kräften im Bereich des Stadions und in der Innenstadt unterwegs.
Nach SWR-Informationen wurde die Mannschaft von Maccabi Tel Aviv direkt nach dem Spiel von deutschen und französischen Polizeibeamtinnen und -beamten und unter Begleitung eines Polizeihubschraubers zum EuroAirport Base-Mulhouse-Freiburg eskortiert. Von dort flog das Team noch am Abend zurück nach Tel Aviv.
Weitere Versammlung in der Innenstadt
Die angemeldete Demonstration mit Bezug zum Spiel von Maccabi Tel Aviv in Freiburg startete um 16:30 Uhr auf dem Platz der Alten Synagoge. 650 Menschen haben laut Polizei demonstriert. Die Kundgebung musste einen gebührenden Abstand zum Synagogenbrunnen wahren. Anschließend fand ein Aufzug auf den Stühlinger Kirchplatz statt. Kurzfristig wurde laut der Stadt eine weitere Versammlung mit dem Titel "Hände weg von Rojava" in der Freiburger Innenstadt angemeldet.
Israelische Fans trafen sich vor dem Spiel
Maccabi-Fans haben sich in einem israelischen Restaurant getroffen. Der Eingang wurde durch einen Türsteher gesichert. An den Tischen saßen vor allem Fußballfans in Freundes- und Familienkreisen beim Essen zusammen. Die Stimmung war anfangs relativ ruhig und wurde dann später ausgelassener. Einige Gäste tanzten um die Tische herum und sangen dabei.
SWR-Reporter Robert Wolf berichtete am Donnerstagnachmittag bei SWR1 von den Sicherheitsvorkehrungen in Freiburg: