Ein Biber macht der Gemeinde March im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald zu schaffen. Er hat seinen Damm direkt an einen Bahndamm gebaut und damit eine Überschwemmung verursacht. Das könnte gefährlich für den Bahnverkehr werden.
Das Wasser könnte den Bahndamm aufweichen und instabil machen. Weil Biber unter Artenschutz stehen, ist es für die Gemeinde gar nicht so einfach, dem Problem Herr zu werden.
Biber seit einem Jahr am Bahndamm aktiv: Gleise könnten sich absenken
Der Biber hat sich am Bach Riedgraben, direkt am Bahndamm der Breisgau-S-Bahn zwischen March und Gottenheim, häuslich eingerichtet. Christian Minck kennt das Revier des Bibers schon über ein Jahr. Er ist Bauamtsleiter der Gemeinde March und beobachtet es regelmäßig. "Wir haben festgestellt, dass der Biber dazu tendiert, den Damm immer höher zu bauen", so Minck.
Steht das Wasser länger, könnte der Bahndamm aufweichen. Wenn der Biber sich sogar in den Bahndamm eingräbt, würde der instabil. Die Gleise könnten sich dort absenken. Laut Regierungspräsidium Freiburg entstehen solche Schäden aber nur über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Um das zu vermeiden, hat die Gemeinde March von der Naturschutzbehörde eine Sondergenehmigung erhalten, mit der sie den Biberdamm absenken darf.
40.000 Euro kostet der Biber die Gemeinde jährlich
Alle paar Kilometer im Riedgraben schichtet der fleißige Biber Ast auf Ast. Große Staudämme schafft er in zwei bis drei Tagen. Die Gemeinde March hat ihn schon versucht, ihn mit Drainagerohren zu vertreiben. Das sind Rohre, über die das Wasser trotz Biberdamm abfließen kann. In der March war das bisher wenig erfolgreich. Der Biber hat einfach neue Dämme gebaut. 40.000 Euro kostet der Biber March jedes Jahr - vor allem für den Personalaufwand.
Die Gemeinde sucht deshalb nach einer dauerhaften Lösung. Neben Drainagerohren könnten das Elektrozäune am Bahndamm sein, meint Bauamtsleiter Christian Minck. Sie könnten verhindern, dass sich der Biber tatsächlich in den Bahndamm eingräbt, und ihn womöglich sogar vertreiben. Eine Umsiedlung gibt es in Deutschland nur in sehr seltenen Fällen. Und auch vom Regierungspräsidium Freiburg heißt es: "Eine Umsiedlung von Bibern ist an dieser Stelle nicht vorgesehen."
Gerät misst Pegelstand und warnt per App
Immerhin hat Minck inzwischen ein neues Hilfsmittel: Ein Gerät erfasst den Pegelstand alle fünf Minuten und meldet ihn per App an den Bauamtsleiter. So kann er sehen, wo der Biber gerade wieder einen Staudamm baut, und reagieren - ohne ständige Kontrollgänge. Aber klar ist: So lange der Biber im Riedgraben sein Unwesen treibt, sorgt er auch weiterhin für eine Menge Arbeit. Und er ist nicht allein. Sechs oder sieben Biber-Reviere hat die Gemeinde insgesamt.