Grenzüberschreitendes Bahnprojekt gescheitert

Bahnstrecke zwischen Freiburg und Colmar: Reaktivierung liegt auf Eis

Die geplante Bahnverbindung zwischen Freiburg und Colmar wird vorerst nicht gebaut. Grund sind hohe Kosten und leere Haushaltskassen. Wie es mit dem Projekt weitergehen soll.

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Von Autor/in Alexander Böttner

Eine Reaktivierung der Bahnverbindung von Freiburg nach Colmar im Elsass ist vorerst vom Tisch. Das grenzüberschreitende Projekt scheitert an den hohen Kosten. Das hatte zunächst die Badische Zeitung berichtet. Deutschland und Frankreich wollen sich stattdessen auf die Modernisierung bestehender Bahnstrecken konzentrieren.

Zugfahrt nach Colmar hätte sich deutlich verkürzt

Die Bahnstrecke hätte Freiburg über den Rhein und die Ländergrenze hinweg direkt mit dem französischen Colmar verbinden sollen. Die Bahnbrücke über den Rhein bei Breisach war im Zweiten Weltkrieg zerstört worden. Mit einer neuen Bahnverbindung hätten Bahnreisende die Strecke in rund 42 Minuten zurücklegen können.

Projekt scheitert an angespannter Haushaltslage

Die Gesamtkosten für das deutsch-französische Projekt hätten nach letzten Schätzungen bestenfalls zwischen 680 und 840 Millionen Euro betragen. Der Großteil davon, etwa 580 Millionen Euro, auf französischer Seite. Statt das Projekt umzusetzen, würde man sich auf "die Sanierung und Modernisierung bestehender Bahnverbindungen" konzentrieren, hieß es aus dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg. Allerdings ließe sich das Vorhaben angesichts der "äußerst angespannten Haushaltslage" nicht umsetzen, wie das Verkehrsministerium dem SWR bestätigte.

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Dabei hätten die ursprünglich angedachten Kosten auf französischer Seite zuletzt noch einmal um 30 Prozent gesenkt werden können. Dafür wären zum Beispiel zwei Haltepunkte gestrichen worden und der französische Streckenabschnitt wäre nicht elektrifiziert worden. Dennoch sei das Projekt für Frankreich nicht wirtschaftlich, habe die Untersuchung ergeben. Für den deutschen Teil bescheinigte die Machbarkeitsstudie dem Bahnprojekt weiterhin ein positives wirtschaftliches Ergebnis.

Deutsch-französischer Verein "TransRhinRail" ist enttäuscht

Hannes Linck vom Verein "TransRhinRail Freiburg-Colmar" zeigte sich enttäuscht. Der deutsch-französische Verein setzt sich seit über 14 Jahren für den Bau der Bahnstrecke ein. "Die Entscheidung ist definitiv ein Schock", er habe gehofft, "mit den gesenkten Kosten könnte sich das Projekt realisieren lassen." Er will sich dafür einsetzen, dass auf der Bahnstrecke zwischen Colmar und Volgelsheim Leichtzüge getestet werden. "Leichtzüge sind nicht die perfekte Lösung, aber deutlich günstiger und verbrauchen weniger Energie", sagt er. Wenn die Nachfrage für die Bahnstrecke wachsen sollte, könnten später immer noch klassische und teurere Bahnen eingesetzt werden.

Die "entstandene vorbildliche Zusammenarbeit" mit den Franzosen wolle man von Ministeriumsseite fortsetzen und auf deutscher Seite die Breisgau-S-Bahn verbessern. Auf französischer Seite solle der Nahverkehr auf der Straße ausgebaut werden. Langfristig sei eine grenzüberschreitende Bahnverbindung nicht vollends ausgeschlossen.

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