Seit dem Abend des 8. Oktober sind sie weg: die Rotorblatttrümmer des schweren Unfalls bei Schweighof, einem Ortsteil von Badenweiler (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald). In einem anonymen Brief wendeten sich Anwohner nun an den SWR: Sie sorgen sich um mögliche Umweltschäden. Doch nach Erkenntnissen des Landratsamtes war die Entsorgung fachgerecht. Die Transporte auf der Route durch Schweighof gehen trotz eines weiteren Zwischenfalls weiter.
Die Verunsicherung begann am 27. August: Beim Transport auf der L131 stürzte ein rund 85 Meter langes Rotorblatt auf zwei Fahrzeuge und zerbrach. Verletzt wurde niemand. Ursache war ein technisches Versagen im Hydrauliksystem, schreibt Badenova auf Anfrage.
Einen solchen Vorfall habe es mit dieser Art Transportfahrzeugen, die seit 2019 verwendet werden, noch nie gegeben. Trotzdem habe Badenova danach die Sicherheitsvorrichtungen verbessert. Ein weiteres Überdruckventil wurde angebracht, zusätzliche Drucksensoren montiert, teilt der Bauherr der Windräder mit.
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Auf dem Weg zu einem Windpark bei Badenweiler ist am Donnerstag ein 85 Meter langes Rotorblatt abgerutscht und auf zwei Transportfahrzeuge gestürzt. Verletzt wurde wohl niemand.
Anwohner fordern Streckenänderung
"Es handelt sich meines Erachtens zum einen um eine hochsensible Region, ein Wasserschutzgebiet mit mehreren Quellen, und zum anderen um eine sehr kurvenreiche Strecke mit erhöhter Steigung,", sagte Ortsvorsteherin Kerstin Reichert-Fuchs. Deshalb wurden Unterschriften gegen weitere Transporte durch Schweighof gesammelt und beim Landratsamt eingereicht.
Badenova sieht für Änderungen aber keinen Anlass. Die "Schweighofroute" sei nach wie vor am besten geeignet. "Die Routenbeschaffenheit und -komplexität ist keine Seltenheit beim Bau von Windparks im Schwarzwald", so Badenova. Unterbrechnungen seien normal und eingeplant.
Weitere Panne: Erneuter Ölaustritt am 1. Oktober
Doch in diesem Fall häufen sich die Unterbrechungen: Am 1. Oktober löste sich nach Angaben von Badenova eine Schraube an einem Transporter. Dadurch trat erneut Öl aus. Der Transporter blieb tagelang am Straßenrand stehen, das Öl wurde beseitigt.
Trümmer lagen rund einen Monat nahe der Unfallstelle
Das kaputte Rotorblatt zeugte bis zuletzt noch von dem schweren Unfall. Anwohner wendeten sich mit der Sorge an den SWR, Regenwasser könne Betriebsstoffe aus den Trümmern waschen und in das angrenzende Wasserschutzgebiet spülen. Das Landratsamt teilt diese Bedenken nicht. Die Unfallstelle sei kontrolliert und Schutzmaßnahmen überwacht worden, so ein Sprecher auf SWR-Anfrage.
Badenova schildert hierzu, dass zuerst der Unfall geklärt und die fachgerechte Entsorgung organisiert worden sei, deshalb habe der Abtransport gedauert. Untersuchungen zur Wasserqualität habe es keine gegeben, aber das Rotorblatt sei unter einer Silofolie vor Regen geschützt worden.
Rotorblatt zersägt: Reichte das Vlies zum Schutz der Umwelt aus?
Vor dem Abtransport wurde der beschädigte Flügel vor Ort zersägt. Rotorblätter sind aus faserverstärktem Kunststoff, ein Verbundmaterial aus Fasern und Harz, das sich in der Natur laut Umweltbundesamt kaum abbaut. In einem Bericht des Reblandkuriers gab eine Anwohnerin aber an, der Staub habe sich beim Sägen verteilt.
Badenova schreibt: "Für die Sägearbeiten wurde ein Vlies untergelegt, welches Späne auffängt." Feiner Staub sei mit Wasser gebunden worden. Das Vlies werde zusammen mit dem Rotorblatt entsorgt. "Uns ist nicht bekannt, dass Späne vor Ort herumlagen oder -liegen", so das Unternehmen. Das Landratsamt bestätigte diese Angaben.
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Weitere Rotorblatt-Transporte geplant
Inzwischen liegen fünf Rotorblätter im Windpark. Zehn weitere Transporte stehen noch an. Sie sollen in den kommenden Wochen stattfinden, so Badenova. Die Landstraße bleibt dafür gesperrt. Eine Änderung bei der Sicherheit gibt es: Zusätzliches Sicherheitspersonal soll in Zukunft verhindern, dass Schaulustige zu nahe an die Transportfahrzeuge herantreten, so Badenova.
Im Windpark Sirnitz, zwischen Müllheim und Sulzburg sollen fünf Windräder gebaut werden, die Strom für rund 50.000 Menschen liefern sollen.