In zehn Jahren werden wir in einen Laden hineingehen, biometrisch erfasst werden und die Produkte einfach mitnehmen.
Der Zukunftsforscher Tristan Horx prognostiziert, Einkaufen könnte in zehn Jahren vollkommen schrankenlos ablaufen: Kunden werden beim Betreten des Geschäfts erfasst, nehmen ihre Ware und verlassen den Laden wieder, während die Abrechnung automatisch im Hintergrund erfolge. Dennoch werde das Bargeld keineswegs völlig verschwinden. Da Scheine und Münzen als alte „Kulturtechnik“ tief im Tauschhandel verwurzelt seien, blieben sie in Nischen wie dem Flohmarkt- oder Antikbereich erhalten. Dass man an Orten wie Parkgaragen jedoch nach wie vor bar zahlen müsse, löse bei ihm hingegen regelrecht „cholerische Anfälle“ aus.
Der digitale Euro wird eine ziemliche wirtschaftliche Macht entfalten.
Was den ab 2029 geplanten digitalen Euro angeht, ist Horx zuversichtlich. Die Europäische Union unterschätze häufig ihre eigene Wirtschaftskraft. Ein eigenes europäisches Bezahlsystem habe gute Chancen, das „Quasi-Monopol der US-Anbieter Visa und Mastercard erfolgreich aufzubrechen“. Den Kryptowährungen bescheinigt der Experte hingegen das Ende ihrer spekulativen Hochphase. Das Zeitalter, in dem Anleger in schnell erfundene „Meme-Coins“ investierten, sei vorbei. Krypto werde künftig vor allem im „informellen Sektor“ oder in Ländern ohne Zugang zu etablierten Finanzsystemen eine Rolle spielen, bis das Vertrauen in klassische Währungen auch dort wachse.
Immer mehr bargeldloses Bezahlen Aus für Bargeld in Bussen in Stuttgart sorgt für Diskussionen
Ab Donnerstag kann man in Bussen der SSB Tickets nicht mehr mit Bargeld bezahlen. Ein Trend, der von Experten und Bürgern unterschiedlich bewertet wird.
Der Übergang vom Bargeld zum digitalen Bezahlen war in Deutschland schon schwer.
Dass biometrische Bezahlverfahren per Fingerabdruck, Iris-Scan oder Mikrochip unter der Haut derzeit noch auf Vorbehalte stoßen, führt Horx auf eine psychologische Hürde zurück. Die Verknüpfung biologischer Daten mit dem eigenen Konto wecke bei vielen Menschen verständliche „Angst um Betrug und Privatsphäre“. Dennoch stehe dem deutschen Markt ein Wandel bevor. Während ältere Generationen aus historisch gewachsenen Ängsten vor Geldverlust stark am Bargeld hingen, wüchsen jüngere Menschen ganz selbstverständlich mit digitalen Zahlungsarten auf. Sobald diese zur Hauptkonsumentengruppe würden, werde sich bargeldloses Zahlen flächendeckend durchsetzen.