Schwimmen im Rhein? Warum die DLRG "dringend davon abrät"

Die Hitzewelle in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz steuert auf ihren Höhepunkt zu. Örtlich sind 40 Grad und mehr möglich. Menschen suchen Abkühlung - auch im Rhein. Marco Vogt von der DLRG Rheinland-Pfalz "rät dringend" vom Schwimmen im Rhein ab. Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Fischer nennt er die Gründe.

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"Der Rhein ist eine sehr stark befahrene Schifffahrtsstraße, die alles andere als fürs Schwimmen geeignet ist", erklärt der Experte. Die tiefe Fahrrinne führe zu einer hohen Fließgeschwindigkeit, die von oben nicht sichtbar ist. Die meisten Badenden könnten mit solchen Strömungsverhältnissen nicht umgehen, weil sie in erster Linie die Verhältnisse im Schwimmbad gewohnt seien. Sie würden "nicht richtig schwimmen, sondern nur planschen". Die Kraft reiche für das Schwimmen im Fluss nicht aus.

Wir raten dringend davon ab, sich im Rhein schwimmerisch zu bewegen.

Neben der Fließgeschwindigkeit des Rheins unterschätzen viele das Risiko des Schiffsverkehrs. Die relativ großen Frachter hätten eine starke Sogwirkung, warnt der Rettungsschwimmer. Man werde "unweigerlich" in die Strömungswelle hineingezogen und "eine Schiffsschraube - mit der legt man sich definitiv nicht an". Deshalb besteht beim Schwimmen im Rhein Lebensgefahr und die DLRG "rät dringend" davon ab.

Gefahr beim Baden auch in Bächen und kleineren Flüssen

Bei den schweißtreibenden Temperaturen ist die relativ kühle Murg bei Forbach in Baden-Württemberg ein beliebtes Ziel, um sich beim Baden zu erfrischen. Marco Vogt rät auch dort zur Vorsicht. Wer nicht ganz so fit ist, bei dem könne der Temperaturunterschied zwischen Luft und Wasser Kreislaufprobleme oder Muskelkrämpfe auslösen.

Außerdem lauerten in kleineren Flüssen ebenfalls Gefahren, denen gerade Kinder ausgesetzt seien. Eine Strömung, die man vom Ufer nicht sieht, könne die Kleinen mitreißen. Hinzu komme das Verletzungsrisiko: "Algen, Steine und Schlamm erhöhen extrem die Sturzgefahr." Verletze sich ein Kind schwer, sei es kompliziert, dass der Rettungsdienst eine abgelegene Badestelle erreicht. Deshalb ruft die DLRG dazu auf, beim Baden in der freien Natur äußerst vorsichtig zu sein.

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Erstmals publiziert am
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Das Interview führte
Andreas Fischer
Porträtfoto von Andreas Fischer
Onlinefassung
Andreas Böhnisch
Andreas Böhnisch steht vor dem Logo von SWR Aktuell.