Längere Lebensarbeitszeit ist schon länger in der Diskussion. Kritik daran gibt es von mehreren Seiten – unter anderem von den Jusos, sagt Mellmann. "Philipp Türmer, der Parteivorsitzende der Jusos, stört sich genau daran, dass man nun das Renteneintrittsalter an die durchschnittliche Lebenserwartung koppeln will. 2091 würden wir dann nach dieser Rechnung mit 70 in Rente gehen." Das soll schrittweise angepasst werden. "Türmer verlangt stattdessen, dass man das Eintrittsalter an die Zahl der Beitragsjahre knüpfen soll." Wenn also jemand mit 18 auf dem Bau anfange, müsse diese Person mit 45 in Rente gehen dürfen. Genau das soll aber jetzt abgeschafft werden.
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Vorschlagspaket der Rentenkommission ist kein Menü
"Annika Klose von der SPD ist Mitglied der Kommission. Sie hat heute im Morgenmagazin der ARD darauf hingewiesen, dass die Reformvorschläge kein Menü sind, aus dem man sich einzelne Gänge rauspicken kann. Mann muss es sich als Gesamtpaket anschauen." Am Ende gehe es darum, eine Rente zu gewährleisten, die den Lebensstandard sichert.
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Unter anderem soll es eine kapitalgedeckte Rentenversicherung geben
"Weil Experten das schon seit Jahrzehnten fordern, hat es wahrscheinlich sehr gute Chancen, umgesetzt zu werden. Auch wenn einzelne Ökonomen, wie zum Beispiel Marcel Fratzscher vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, darauf hinweisen, dass das natürlich auch höhere Kosten verursachen wird", sagt Mellmann. Der Plan ist, dass zwei Prozent der Rente in eine Art Staatsfonds abgeführt werden – ein Prozent vom Arbeitgeber, ein Prozent vom Arbeitnehmer. "Das hat natürlich eine Belastung zur Folge. Gleichzeitig kann man aber wahrscheinlich davon ausgehen, dass auch etwas mehr dabei rumkommt." Am schwedischen Vorbild könne man die Erfolge sehen.
Kritikern gehen die Reformvorschläge nicht weit genug
Es könne natürlich passieren, dass in einigen Jahren eine weitere Reform nötig wird, sagt Mellmann. "Bisher sind ja nur einzelne Vorschläge auf dem Tisch. Wir müssen schauen, wie das Gesamtpaket am Ende aussieht. Vieles hängt natürlich davon ab, wie sich die Demografie und die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland entwickeln. Denn das ist ja auch ein Teil der Reform: wenn die durchschnittliche Lebenserwartung nicht steigt, dann steigt auch das Renteneintrittsalter nicht."