Niedrigwasser wird zum Stresstest für die Natur

Das Niedrigwasser des Rheins setzt der Binnenschifffahrt zu und kostet Wirtschaftskraft. Aber auch die Natur entlang der Flüsse leidet unter Hitze und Trockenheit. SWR-Umweltredakteur Martin Thiel über die Folgen für das Ökosystem.

Teilen

Stand

Von Autor/in Simon Dörr

Flüsse, Bäche, Auen und Seen leiden unter der Gluthitze. Ein trockener Sommer wäre noch kein Problem. Aber es gab bereits zu viele in den vergangenen Jahren und durch den Klimawandel werden die Hitzewellen zur Regel.

"Auenlandschaften und Feuchtgebiete verlanden und trocknen aus. Dadurch stirbt die typische Flora ab. Lebensraum für Tiere und Pflanzen verschwindet." Damit fehlen die Laichplätze für Fische und die Rückzugsorte für Amphibien.

Gestresste Ökosystem

Die Sauerstoffkonzentration im Wasser sinkt, die Schadstoffmenge steigt und die Wassertemperatur steigt auf 25 Grad und mehr. Zu warm für viele Bewohner dieses Lebensraums. "Normalerweise kommen solche Niedrigwasserphasen erst im Spätsommer oder Herbst. Deshalb kann sich die Situation noch verschärfen."

Vor allem kleine Bäche und Quellflüsse trocknen komplett aus, stehende Gewässer erwärmen sich extrem. Das wiederum begünstigt giftige Blaualgenblüten und kann zum Kippen ganzer Seen führen.

"Besonders gefährdet sind Amphibien. Wenn ein Laichgewässer austrocknet, können sich die Amphibienlarven nicht entwickeln und sterben. Bäumen in den Feuchtgebieten geht es ähnlich." Silberweiden und Schwarzpappeln sterben ab und dann verschwinden auch die Vögel, sagt Martin Thiel im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Simon Dörr.