Schon vor Sonnenaufgang haben sich Angehörige der mehr als 360 ermordeten jungen Männer und Frauen auf dem Festivalgelände versammelt. Aus kleinen Setzlingen, die kurz nach dem Überfall gepflanzt wurden, ist ein kleiner Wald aus Eukalyptusbäumen gewachsen. Um 6.29 Uhr begann das Massaker. Zu diesem Zeitpunkt wummerten noch die Technobeats, tanzten die Besucher ausgelassen und merkten zum größten Teil noch gar nicht, welcher Horror über sie hereinbrechen würde.
Hamas-Überfall am 7. Oktober 2023 Was an dem Tag passierte
Der Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober war das schlimmste Pogrom an Juden seit dem Holocaust. Mehr als 1.200 Menschen starben. Was geschah - und wie war das überhaupt mög…
Unter den Besuchern der Gedenkzeremonie ist auch ARD-Korrespondentin Bettina Meier: "Viele Angehörige haben persönliche Gegenstände ihrer Kinder mitgebracht. Sie erzählen Geschichten über ihre Töchter und Söhne. Sie wollen die Erinnerung wachhalten und haben auch ihre Wut auf die israelische Regierung ausgedrückt, die noch immer nicht die Verantwortung für das Versagen am 7. Oktober übernommen hat."
Der Schock sitzt tief
Man bemerkt den Schmerz, wenn man den Trauernden in die Augen schaut, sagt Bettina Meier. "Für viele hat sich ihr Leben komplett geändert. Ich habe mit einem Vater sprechen können. Seine Tochter wurde ermordet und hat drei Kinder hinterlassen. Die muss er jetzt großziehen. Da ist eine unglaubliche Lücke entstanden." So gehe es vielen in Südisrael, vor allem in den Kibbuzen entlang des Gazastreifens, in denen die Hamas-Attentäter hunderte Menschen ermordeten und verschleppten.
Folge des Hamas-Terrors Als Palästinenser in Israel untergetaucht
Als die Hamas Israel überfiel, hielten sich dort Tausende Palästinenser zur Arbeit auf. Einer von ihnen ist Farid. Er schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch. Seine Familie lebt i…
Bettina Meier hat dort mit einem Überlebenden gesprochen: "Wir haben auf der Terrasse gesessen und auf die Trümmerwüste von Gaza geschaut." Sie habe ihn gefragt, wie er damit umgehe, dass er jeden Tag das Elend sieht. „Er antwortete, dass er 30 Stunden im Schutzraum gesessen habe, während um ihn herum seine Nachbarn und Freunde ermordet wurden“, sagt Bettina Meier im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Gerhard Leitner.