Das Smartphone geht kaputt, der Laptop gibt den Geist auf. Weil ohne aber oft gar nichts geht, sorgen wir schnell für Ersatz. Wir kaufen neu, statt zu reparieren und konsumieren damit mehr, als uns eigentlich aus ökologischer Sicht zusteht. Ab heute lebt die Menschheit ökologisch auf Pump. Wir leben über unsere Verhältnisse. Das hält uns der Erdüberlastungstag jedes Jahr erneut vor Augen. Die Menschheit hat an diesem 30. Juli alle Ressourcen für 2026 aufgebraucht.
Ein Umdenken verlangt bewussteres Konsumieren. Reparieren statt Neukaufen ist eine Möglichkeit, das umzusetzen. Einer, der dabei hilft, ist Steffen Vangerow, Reparatur-Dienstleister aus Reutlingen. Er hält vor allem das Reparieren älterer Geräte für sinnvoll: "So ein Gerät hat schon bewiesen, dass es eine gute Qualität hat und sich eine Reparatur lohnt." Anders sieht es bei neueren Geräten aus. "Wir haben immer mehr Software, die Reparatur verhindert, und immer mehr sehr billige Geräte, bei denen eine Reparatur nicht möglich ist", sagt der Reparatur-Experte.
Neue EU-Richtlinie: Recht auf Reparatur
Diesen August tritt in der EU das "Recht auf Reparatur" in Kraft. Dadurch erhalten Kunden einen Anspruch auf Reparatur – auch wenn die Garantie abgelaufen ist. Steffen Vangerow sieht das als "Schritt in die richtige Richtung", weil dadurch auch reparaturhinderliche Praktiken angesprochen werden, wie die genannte Softwareblockade. Vangerow, der auch Vorstand des Runden Tischs Reparatur ist, setzt sich zudem für einen freien Ersatzteilmarkt ein. Um diesen zu schaffen, müssten Ersatzteile vereinheitlicht werden, meint Vangerow.
Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch teilt der Reparatur-Experte weitere Ideen, was das Reparieren in Zukunft attraktiver machen kann.
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