Ex-BND-Chef Hanning festgenommen - Spionageverdacht

Der frühere Chef des Bundesnachrichtendienstes, August Hanning, ist festgenommen worden. Er steht unter Spionageverdacht. SWR-Terrorismusexperte Holger Schmidt mit Hintergründen.

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Von Autor/in Laura Koppenhöfer

Die Festnahme steht im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen die Hamburger Unternehmerin Christina Block. Block steht vor Gericht, weil sie die eigenen Kinder entführt haben soll. Hanning, der den BND von 1998 bis 2005 leitete, betreibt eine Sicherheitsfirma, erklärt Holger Schmidt in SWR Aktuell.

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"Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat Hannings Wohnung durchsuchen lassen und eine Menge interessante Dinge gefunden. Und die waren so brisant, dass sich der Generalbundesanwalt damit befasst hat. Und er sieht einen Anfangsverdacht gegeben und hat August Hanning festnehmen lassen."

"Es geht um eine ganze Reihe von Straftatbeständen und jeder einzelne klingt gleich wie ein ganzer Spionageroman"

Im Fall Hanning lauten die Vorwürfe "geheimdienstliche Agententätigkeit, versuchter Landesverrat, und Offenbarung von Staatsgeheimnissen." Damit droht Hanning im Ernstfall eine erhebliche Freiheitsstrafe. "Die Hypothese der Ermittler geht so: Sein früherer Büroleiter ist auch nach Hannings Ausscheiden beim BND geblieben und hatte dort Zugang zu den geheimen Informationen, über die der BND einmal die Woche die Bundesregierung unterrichtet."

Vorwürfe sind erheblich

Genau diese Unterlagen habe der Büroleiter an seinen früheren Chef weitergegeben. Hanning soll dafür Geld bezahlt haben, was die Sache juristisch noch einmal heikler mache. Und mit diesen Informationen soll Hanning seine private Sicherheitsfirma betrieben haben. "Wenn sich das alles so bewahrheitet, wäre das nicht nur ein handfester Skandal für den BND, sondern strafrechtlich auch ein ganz erhebliches Problem für August Hanning und seinen früheren Büroleiter."

Unklar ist nach Einschätzung von Holger Schmidt, ob Profitgier ein mögliches Motiv sein könnte, denn "jeder Beamte weiß, dass er Treuepflichten gegenüber seinem Staat und seinem früheren Amt hat. Und schon damit passt das überhaupt nicht zusammen." Gerade ein BND-Präsident wisse, was Geheimhaltung bedeutet.

"Pikant an der Geschichte ist der Vorwurf, dass August Hanning sein Wissen nicht nur für seine Sicherheitsfirma genutzt haben soll, sondern, dass er auch in einem Fall mit dem Mitarbeiter eines anderen, nicht gerade befreundeten, Nachrichtendienstes Informationen getauscht haben soll. Da wären wir dann wirklich beim Thema Spionage."

Dabei handele es sich nach seinen Informationen nicht um Russland, wie Holger Schmidt im Gespräch mit Laura Koppenhöfer betont, "aber es ist eines, so viel hört man von den Ermittlern, mit dem Deutschland wirklich nicht in freundlichen Beziehungen steht."

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