Amazon wirbt gerade mit seinem jährlichen Shopping-Event, den "Prime Deal Days" am 6. und 7. Oktober. Von solchen Werbeveranstaltungen sollten wir uns als Kunden nicht verrückt machen lassen, empfiehlt der Experte. Vielmehr müsse man überlegen, welches Produkt man wirklich benötige.
Wenn Sie oder ich bei einem großen Portal den gleichen Artikel zur gleichen Zeit suchen, werden wir beide unterschiedliche Angebote bekommen. Denn die Anbieter wissen schon viel zu viel über uns.
Beim Preisvergleich kommt es nicht auf die unverbindliche Preisempfehlung an, weil die "immer horrend hoch ist". Entscheidend sei der Marktpreis. Hilfreich für dessen Ermittlung seien Preissuchmaschinen im Internet, die den Jahresverlauf anzeigen würden. "Dann weiß ich, was der realistische Preis ist und wie günstig das Produkt schon war. Dann lasse ich mich bei meiner Suche nicht mehr so schnell in die falsche Richtung drängen."
Erfolg für Verbraucherschützer BGH kippt Preiserhöhung bei Amazon Prime
Eine Preiserhöhung von Amazon Prime vor vier Jahren ist laut BGH-Urteil unwirksam. Kundinnen und Kunden können jetzt Geld zurückverlangen. Verbraucherschützer raten zur Sammelklag…
Ködert Amazon die Kunden mit seiner Prime-Mitgliedschaft?
Das Angebot von Amazon Prime sei durchaus "verlockend", räumt der Mitarbeiter der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg ein. Die kostenlose Lieferung mache das Bestellen einfach. Ein Vergleich mit anderen Online-Portalen lohne sich jedoch. Es gebe Händler mit günstigeren Preisen als Amazon und ab einem bestimmten Betrag würden bei Bestellungen oft keine Liefergebühren berechnet. "Da sollte man sich nicht zu sehr von der Einfachheit blenden lassen und dem Drumherum, das Amazon bietet."
Prinzipiell ist es nicht verwerflich, dass eine Firma ein Kundenbindungsprogramm auslobt.
Für eine gute Alternative zu Amazon hält Oliver Buttler "Click & Collect". Man kauft online und holt die Ware im Geschäft ab. Diese Einkaufsmethode bietet zum Beispiel das Möbelhaus IKEA an. Auch die Modehändler C&A und Zara werben damit. "Dann kann ich die Klamotten oder die Schuhe probieren. Das ist manchmal unkomplizierter als bei den Versandriesen und auch nicht teurer." Als mündiger Verbraucher sollte man sich erst informieren und dann einkaufen.
Wie die Preiserhöhung von Amazon Prime zu bewerten ist
Amazon Prime hatte im September 2022 seine Preise von 7,99 Euro pro Monat auf 8,99 Euro erhöht und zur Begründung auf eine Klausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) hingewiesen. Die Verbraucherzentrale NRW hielt die Klausel für rechtswidrig, klagte und bekam vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf recht. Jetzt muss der Bundesgerichtshof entscheiden.
Das wird sehr schwierig zu argumentieren, warum eine Preiserhöhung im laufenden Vertrag möglich sein kann.
Der Experte weist daraufhin, dass "eine Preiserhöhung im laufenden Vertrag normalerweise nicht möglich ist". Anderslautende Regelungen müssten in den AGB konkretisiert sein. Zusätzlich sei dann auch eine Klausel für eine Preisreduzierung erforderlich. "Es kann nicht nur einseitig der Unternehmer sich das Recht herausnehmen, den Preis nach oben zu schrauben", sagt Oliver Buttler. Bei günstigeren Einkaufs- oder Produktionskosten müssten die Kunden dann auch davon profitieren.
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