Rausch leitet die AIDS-Beratungs- und Selbsthilfe-Stelle in Trier. "Damals war sehr unklar, ob die Medikamente wirklich helfen." Heute sei das völlig anders: "Man nimmt eine Tablette am Tag, man kann niemanden anstecken, man hat keine Symptome - und in aller Regel auch sonst keine körperlichen medizinischen Einschränkungen."
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"Medizinische Versorgung in RLP gut, aber die Anfahrtswege sind weit"
HIV ist eigentlich eine Erkrankung, die nicht mehr lebensverändernd sein müsste, meint Rausch im Gespräch anlässlich der 26. Internationalen AIDS-Konferenz in Rio de Janeiro. Die medizinische Versorgung sei in Rheinland-Pfalz gut abgedeckt: "In der Regel geht man alle drei Monate zu einer Grund-Blut-Untersuchung bei einem HIV-Schwerpunktarzt und bekommt die Medikamente verschrieben." Allerdings hätten Menschen im ländlichen Raum weite Anfahrtswege.
Wir sind in Trier gerade dabei, uns sehr gut zu vernetzen. Wir haben sehr fitte HIV-Ärzte, die inzwischen auch Hausärzte mit ins Boot nehmen, so dass eine gewisse Grundversorgung in enger Absprache mit den Fachärzten sogar vor Ort stattfinden kann.
Angst vor Diskriminierung ist noch da
Die Stigmatisierung in der Gesellschaft besteht dagegen noch immer, findet Rausch: "Diese alte Vorstellung von HIV als schlimmer tödlicher Erkrankung, wo vor allem sehr abstruse und moralische Vorwürfe immer so ein bisschen mitgekoppelt sind, ist immer noch da. Die Angst vor Diskriminierung, die HIV-positive Menschen ein Stück weit mit sich tragen, ist leider nicht unbegründet."
In welchen Situationen Menschen mit HI-Virus Ablehnung und Ausgrenzung erleben, darüber hat Tonja Rausch von der AIDS-Hilfe in Trier mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch gesprochen.
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