1986 – Meilensteine

Bon Jovi – "Slippery When Wet"

Das dritte Studioalbum "Slippery When Wet" war vermutlich das wichtigste Album überhaupt für Bon Jovi. Denn bei ihrem Plattenlabel stand die Band auf der Abschussliste.

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Stand

Bevor die Band 1986 mit "Slippery When Wet" und den Hits des Albums "Livin‘ On A Prayer", "Wanted Dead Or Alive" und "You Give Love A Bad Name" ihr erfolgreichstes Album veröffentlichte, war ihr Plattenlabel nicht gut auf die Band zu sprechen. Nach einem ersten Achtungserfolg mit ihrer Single "Runaway" und dem dazugehörigen Debütalbum hatte man große Hoffnungen in Jon Bon Jovi und die Gruppe gesetzt.

"Slippery When Wet" ist das wichtigste Album für Bon Jovi

Das zweite Album "7800° Fahrenheit" blieb bei der Veröffentlichung jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurück. Für die Band hieß es bei Album Nummer drei also: "Make it or break it". Derek Shulman, der später zu einem der wichtigsten A&R-Manager der Rockgeschichte werden sollte, hatte der Band geraten, sich mit dem Songwriter Desmond Child zusammenzutun.

Dieser damals noch junge Mann sollte zu einem sehr bedeutenden Songwriter in der Rockgeschichte werden. (Später arbeitete er mit Künstlern wie Aerosmith, Kiss, Jennifer Rush, INXS, Katy Perry und auch mit der deutschen Band Tokio Hotel zusammen.)

Für "Slippery When Wet" bekommen Bon Jovi Unterstützung

Jon Bon Jovi, Gitarrist Richie Sambora und Songwriter Desmond Child setzten sich im Keller der Familie Sambora in der Heimatstadt von Bon Jovi, New Jersey, zusammen und schrieben während ihrer Sessions mehr als dreißig Songs für "Slippery When Wet". Dabei entstanden auch Songs wie "Livin‘ On A Prayer" und "You Give Love A Bad Name".

"Slippery When Wet" ist meiner Meinung nach wirklich das ultimative Hair-Metal-Album der 80er!

Besonders bemerkenswert ist die Arbeit von Gitarrist Richie Sambora, der sich mit dem Album sehr stark weiterentwickelt und seinen Stil gefestigt hat. 

Sie haben ihren Sweet Spot gefunden zwischen Hair-Metal und Stadionrock!

Richie Sambora findet auf "Slippery When Wet" seinen Stil für Bon Jovi

Während die 80er-Jahre viele große Gitarrenhelden wie Eddie Van Halen, Yngwie Malmsteen oder Gary Moore hervorgebracht haben, die vor allem sich selbst und ihre technische Virtuosität in den Vordergrund stellten, hatte Sambora einen anderen Ansatz.

Seine Gitarrenparts sollten vor allem den Song unterstützen und "eine Art Geschichte" erzählen. Deshalb sind seine Soli, wie zum Beispiel beim Song "You Give Love A Bad Name", dramaturgisch aufgebaut und folgen fast schon dem Prinzip eines Hollywoodfilms – Exposition und Einstieg, Konflikt und Höhepunkt sowie Auflösung.

Auf "Slippery When Wet" beginnt Sambora, seine Gitarre "singen" zu lassen

Außerdem spielt Sambora, seine Gitarre nicht einfach nur, sondern lässt sie auf viele verschiedene Arten "singen". Dies gelingt ihm durch den Einsatz unterschiedlicher Spieltechniken wie Pinch Harmonics, Bendings, Oktavierungen und Vibrato – letzteres kennen wir zum Beispiel auch aus den Arien in der Oper – sowie durch den Einsatz eines Gitarreneffekts, der Talkbox.

Auf dem Album "Slippery When Wet" findet Richie Sambora seinen Gitarrenstil, der zur Band Bon Jovi perfekt passt. Zum Teil seines ikonischen Gitarrensounds wird auch die legendäre "Talkbox", ein Gitarreneffekt, der mit dem Mund gespielt wird und die Gitarre "singen" lässt.
Auf dem Album "Slippery When Wet" findet Richie Sambora seinen Gitarrenstil, der zur Band Bon Jovi perfekt passt. Zum Teil seines ikonischen Gitarrensounds wird auch die legendäre "Talkbox", ein Gitarreneffekt, der mit dem Mund gespielt wird und die Gitarre "singen" lässt. Picture Alliance/Picture Alliance

Hierbei läuft das Gitarrensignal in die Talkbox ein und wird über einen Schlauch im Mund des Gitarristen geleitet, der den Sound durch die Artikulation von Vokalen moduliert. Dieser Effekt wurde mit "Slippery When Wet" zum Erkennungsmerkmal von Bon Jovi. Richie Sambora hat ihn immer wieder eingesetzt, zum Beispiel bei den Songs "Livin‘ On A Prayer" oder dem späteren Hit der Band "It’s My Life".

"Slippery When Wet" definiert die Karriere von Bon Jovi

Mit "Slippery When Wet" haben Bon Jovi ihren Platz in der Musiklandschaft gefunden. Sie konnten sich von härteren Bands abgrenzen und haben sich mehr in Richtung Stadionrock entwickelt.

Bon Jovi haben mit diesem Album nicht nur ihre eigene Karriere gerettet, sondern sie sind auf der Platte da angekommen, wo sie hinwollten.

Außerdem haben sie ihren eigenen, unverwechselbaren Sound geschaffen, für den Millionen Fans auf der Welt sie lieben. Ihre Musik wurde noch klarer und ausgereifter als auf ihren Vorgängeralben.

Bon Jovi - Livin' On A Prayer

Über diese Songs vom Album "Slippery When Wet" sprechen wir im Podcast

  • (11:33) – "You Give Love A Bad Name”
  • (27:53 ) – "Livin’ On A Prayer”
  • (40:03) – "Social Disease”
  • (44:54 ) – "Wanted Dead Or Alive”
  • (52:30) – "Never Say Goodbye”

Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast

  • (14:02) – "If You Were A Woman And I Was A Man” von Bonnie Tyler
  • (32:38) – "Goldfinger” von John Barry
  • (43:34) – "Dancing In The Dark” von Bruce Springsteen

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