- Datum
- Beginn
- / 19:00 Uhr Konzerteinführung
- Adresse
- Stuttgart, Liederhalle
- Tickets
- Programm
- Ludwig van Beethoven
Ouvertüre zum Trauerspiel "Coriolan" c-Moll op. 62
Igor Strawinsky
"Apollon musagète"
Richard Strauss
"Also sprach Zarathustra" op. 30 - Mitwirkende
- SWR Symphonieorchester
Antonello Manacorda, Dirigent
Der Ton ist gesetzt – und er kommt aus der Literatur. In seiner energischen "Coriolan"-Ouvertüre lässt sich Beethoven vom aufbrausenden römischen Feldherrn Coriolanus inspirieren. Eine stete Unruhe spiegelt die Musik. Und je länger man sich dieses Brodeln und Drängen im Geist der fünften "Schicksals-Sinfonie" anhört, desto mehr kommt man auf die Idee, dass Beethoven vielleicht nicht nur Coriolanus, sondern auch sich selbst meinen könnte. Nun, das ist ein Verdacht. Fest steht: Diese Ouvertüre ist weit mehr als nur eine dezente Einleitung. Beethoven fällt schon mal gerne mit der Tür ins Haus.
Seine Vielseitigkeit als Dirigent kann Antonella Manacorda mit Igor Strawinskys "Apollon musagète" zeigen. Manacorda trat unter anderem mit außergewöhnlichen Einspielungen der späten Mozart-Sinfonien hervor. Der neoklassizistische Ton dieses Balletts liegt also in besten Händen. Nur mit Streichern präsentiert Strawnsky jedenfalls mit "feinster Klinge" Figuren aus der griechischen Mythologie: den Musengott Apollo vor allem, aber auch Calliope, Polyhymnia und Terpsichore, die tanzfreudige Tochter von Mnemosyne und Zeus.
Wer hat sie nicht im Ohr, die Anfangstakte von Richard Strauss´ "Also sprach Zarathustra"? Dass die Musik derart ins "kollektiv Unbewusste" eindrang, liegt an ihrer Eindringlichkeit und Prägnanz. Aber Strauss kam natürlich auch zu Gute, dass seine Tondichtung verwendet wurde in IKEA-Werbespots, im Fußballstadion von Borussia Mönchengladbach – und natürlich in Stanley Kubricks Film-Meisterwerk "2001 – Odyssee im Weltraum". Frei nach Friedrich Nietzsches "Also sprach Zarathustra" komponierte Strauss das glänzend orchestrierte Werk. Wie da Sonnenaufgänge, Grablieder und Tanzlieder nachgezeichnet werden, das ist schon hoch beeindruckend. Nietzsche nannte sein Buch übrigens eine "Symphonie". Ja, das Thema Musik und Literatur hat offenbar viele Facetten.