Turn-WM 2025

Zwei Jahre nach Lukas Dausers Triumph: Zou Jingyuan neuer Barren-Weltmeister

Mit einer atemberaubenden Übung sichert sich Zou Jingyuan den WM-Titel am Barren. Eine Chinesin glänzt am Schwebebalken. Deutsche Turnerinnen und Turner waren nicht am Start.

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Stand

Zou Jingyuan aus China ist Nachfolger von Lukas Dauser als Weltmeister am Barren. Der Olympiasieger von 2021 und 2024 sicherte sich bei den Titelkämpfen im indonesischen Jakarta zum vierten Mal Gold an seinem Paradegerät. Für seine außergewöhnliche Übung erhielt der 27-Jährige 15,300 Punkte und distanzierte die Konkurrenz deutlich. Der zweitplatzierte Japaner Tomoharu Tsunogai hatte bereits 0,8 Zähler Rückstand.

Vor zwei Jahren hatte der Unterhachinger Lukas Dauser bei den vorangegangenen Turn-Weltmeisterschaften in Antwerpen den Titel am Barren gewonnen und war anschließend auch zu "Deutschlands Sportler des Jahres" gewählt worden. Der 32-Jährige hatte im vorigen Jahr nach den Olympischen Spielen in Paris seine internationale Karriere beendet. Neben Dauser fehlte in Jakarta auch der Olympia-Zweite Illia Kowtun, der nach seinem Nationalitätenwechsel von der Ukraine nach Slowenien noch gesperrt ist.

Siege für Philippinen, China und Japan

Am Sprung wurde Olympiasieger Carlos Edriel Yulo von den Philippinen seiner Favoritenrolle gerecht und siegte mit 14,866 Durchschnittspunkten für seine beiden Durchgänge. In der letzten Entscheidung der Titelkämpfe in der IMS Arena gewann Brody Malone aus den USA Gold am Reck mit 14,933 Zählern.

Bei den Frauen verhinderte zuvor am Schwebebalken Zhang Qingying aus China mit 15,166 Punkten den zweiten Titel von Kaylia Neymour aus Algerien, die einen Tag nach Gold am Stufenbarren diesmal Silber holte. Die Japanerin Aiko Sugihara war mit 13,833 Zählern Beste am Boden.

Deutsche Bilanz ohne Medaillen

Erstmals seit 2019 gewannen die deutschen Turnerinnen und Turner somit keine WM-Medaille. Ebenso wie Dauser war Elisabeth Seitz, die 2019 Bronze am Stufenbarren gewann und vor wenigen Tagen zum ersten Mal Mutter wurde, nicht am Start.

Ein Lichtblick der WM in Indonesien bleibt Karina Schönmaier. Vor drei Jahren von Bremen ans Turnzentrum nach Chemnitz gewechselt, stand die 20-Jährige im Einzelfinale am Sprung, wurde aber für einen kleinen technischen hart bestraft. Sie zeigte zwar ihren neuen Sprung mit einer atemberaubenden Schwierigkeit, allerdings berührte sie nur mit einer Hand den Tisch - zwei Punkte Abzug, Platz 5. Ohne den Abzug hätte Schönmaier Silber gewonnen.

Erfreulich auch, dass sich die erst 17-Jährige Silja Stöhr aus dem baden-württembergischen Heddesheim für das Mehrkampffinale der besten 24 Turnerinnen qualifiziert hatte. Erstmals mit im Team der Turner war auch Gabriel Eichhorn, der Bruder von Elisabeth Seitz.

Bei den Turnern fehlte nicht nur Dauser, auch Andreas Toba hat sich von der internationalen Bühne verabschiedet. Timo Eder, Deutscher Mehrkampfmeister und Europameister im Mixed mit Schönmaier, wurde bei der WM 19. Im Mehrkampf 19. Keiner der Deutschen Turner hatte sich für ein Finale an einem der sechs Geräte qualifiziert. Die nächsten Weltmeisterschaften finden 2026 in Rotterdam statt.

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SWR Sport

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