Eishockey

Moritz Seider, Tim Stützle und die Hoffnung auf das "C"

Die Kapitäne der Detroit Red Wings und der Ottawa Senators sind weg oder vor dem Absprung. Können Moritz Seider und Tim Stützle auf eine Beförderung hoffen?

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Stand

Moritz Seider hat schon Erfahrung mit dem "C" auf der Brust. Bei den letzten beiden WM-Turnieren führte der NHL-Verteidiger die deutsche Nationalmannschaft als Kapitän aufs Eis. Jetzt gilt der 25-Jährige auch bei den Detroit Red Wings als Kandidat für die Rolle des Spielführers. Tim Stützle, der sich ebenso Hoffnungen machen durfte, wird es hingegen nicht.

"Jeder, der sagt, dass er nicht geehrt wäre, würde lügen", antwortete Seider, als er mal wieder auf die Nachfolge des abwanderungswilligen Kapitäns Dylan Larkin angesprochen wurde. Der Amerikaner ist zwar noch in Detroit, sein "C" nach seinem öffentlich vorgetragenen Wechselwunsch aber los.

Der beste Allround-Verteidiger der NHL

Seider, der sich zum derzeit besten Allround-Verteidiger der Liga entwickelt hat, wäre ein logischer Nachfolger. Zumal er immer auf dem Eis steht: Seit seinem Debüt 2021 hat der Ex-Mannheimer 410 Spiele am Stück bestritten, kein einziges Mal gefehlt. Bevor Larkins Nachfolger bestimmt wird, soll allerdings erst ein neuer General Manager gefunden werden. Nach dem Rücktritt der Klublegende Steve Yzerman erledigt Shawn Horcoff den Job vorerst interimsweise. Die Red Wings starten somit in der Nacht auf Samstag gegen die New York Rangers ohne Kapitän in die neue Saison, Seider trägt wie bisher das "A" des "Alternate Captain" auf dem Trikot.

Tim Stützle kann vorerst nicht mehr auf das "C" hoffen. Nach dem Abgang des US-Olympiasiegers Brady Tkachuk zu den Florida Panthers und seinem Bruder Matthew entschieden sich die Senators vor dem Saisonstart in der Nacht zu Sonntag bei den Toronto Maple Leafs für den routinierten Verteidiger Thomas Chabot - und gegen Stützle, dem besten Scorer in drei der vergangenen vier Spielzeiten.

Stützle muss bei ben Ottawa Senators weiter auf das "C" warten

Der 24-Jährige wäre der erste dauerhafte deutsche Kapitän in der NHL gewesen, diese Rolle muss nun erstmal warten. Bislang war lediglich Jochen Hecht in der Saison 2007/08 bei den Buffalo Sabres Spielführer - allerdings nur für zwei Monate, weil rotiert wurde. Er sei bisher schon "ein Leader" gewesen, sagte Stützle, der in sieben NHL-Jahren 415 Punkte in 457 Spielen sammelte. Es gehe nicht um "einen, der meint die ganze Mannschaft führen zu müssen", meinte der Angreifer, sondern darum, "dass man es zusammen macht". Chabot wird Stützle mit dem "A" auf der Brust zur Seite stehen, während Seider weiter hoffen darf.

Eines hat Stützle Seider, mit dem er im Sommer gemeinsam in Mannheim trainierte und auch auf Mallorca Urlaub machte, aber voraus: Er erreichte mit Ottawa in den letzten beiden Spielzeiten die Playoffs, die Detroit im Frühjahr zum zehnten Mal in Folge verpasste. Immer, wenn es darauf ankommt, "verlieren wir den Wind aus den Segeln", klagte Seider, der in seiner sechsten NHL-Saison endlich um den Stanley Cup spielen will - womöglich als Kapitän.

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Michael Richmann
Michael Richmann ist Sportredakteur, Podcast- und Feature-Autor für SWR Sport und SWR Kultur.

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