Als erfolgreiche Sportlerin sorgte sie für Begeisterung und Emotionen, sammelte zahlreiche Titel und Medaillen. Zita Funkenhauser ist zweifache Olympiasiegerin und dreifache Weltmeisterin im Fechten. 1979 kam sie mit ihrer Familie aus Rumänien nach Tauberbischofsheim und fand dort ein neues Leben und eine neue sportliche Heimat. Heute, mit 60 Jahren, hat sie in derselben Stadt ihre eigene Zahnarztpraxis.
Früher führte sie das Florett, heute den Bohrer - was den ein oder anderen durchaus überraschte. "Ich war ja schon relativ impulsiv und eher die, die mit dem Fuß aufgestampft hat", gibt Funkenhauser im Gespräch mit SWR Sport lächelnd zu. "Deswegen haben sie sich nicht vorstellen können, dass ich einfühlsam bin."
Neustart in Tauberbischofsheim
Als Zita Funkenhauser 1979 mit ihrer Familie aus Rumänien nach Deutschland übersiedelte, war Tauberbischofsheim längst eine feste Größe im internationalen Fechtsport. Am dortigen Fechtzentrum, einem der renommiertesten Ausbildungsstützpunkte Deutschlands, fand die junge Fechterin nicht nur ein neues Zuhause, sondern auch die Trainingsbedingungen, die ihr Talent zur vollen Entfaltung brachten. Aus dem Neuanfang in der fremden Stadt wurde der Grundstein für eine der erfolgreichsten Fechtkarrieren ihrer Generation.
Weltklasse im Florett
Im Fechtzentrum Tauberbischofsheim wuchs Zita Funkenhauser zu einer der besten Florettfechterinnen der Welt heran. Zweimal stand sie ganz oben auf dem Olympischen Podest, dazu kamen drei Weltmeistertitel. Eine Bilanz, die sie über Jahre hinweg zu einer der prägenden Figuren des deutschen Fechtsports machte. Am selben Stützpunkt lernte sie auch den Ausnahmefechter Matthias Behr kennen und lieben, bis heute sind die beiden ein Paar. Die Geburt ihrer Zwillingstöchter Greta und Leandra beendete schließlich Funkenhausers aktive Karriere auf der höchsten Ebene des Leistungssports.
Zwei Töchter, zwei Zahnärztinnen
Seit 1996 praktiziert die promovierte Zahnärztin in Tauberbischofsheim. Seit ein paar Jahren ist sie dabei nicht mehr allein: Ihre Zwillingstöchter sind beruflich in die Fußstapfen der Mutter getreten und arbeiten heute gemeinsam mit ihr in der Praxis. "Ich habe schon, seit ich klein bin, gesagt, dass ich Zahnärztin werden wollte, weil ich gesehen habe, dass meiner Mutter der Beruf so viel Spaß macht, dass sie immer glücklich von der Arbeit gekommen ist", erzählt Tochter Leandra.
Die Weichen für die Zukunft sind längst gestellt. Gemeinsam mit ihren Töchtern und Schwiegersohn Antonio eröffnet Zita Funkenhauser im kommenden Mai eine neue Zahnarztpraxis, eher eine Art Zahngesundheitszentrum. Die heute 60-Jährige will sich danach jedoch Stück für Stück zurückziehen. "Die Karriere nach der Karriere geht bald zu Ende", sagt sie. "Aber sie wird fortgeführt von der eigenen Familie."
Ganz aufhören will sie aber noch lange nicht. Zu groß ist die Vorfreude auf die neue Praxis, auch wenn das Oma sein, wie sie zugibt, ebenfalls zunehmend Spaß macht.