Nach Spiel gegen Union Berlin im Interview

VfB-Sportdirektor Gentner: So ist die Lage bei Leweling, Nübel und Prömel

Obwohl der VfB Stuttgart gegen Union Berlin nur einen Punkt geholt hat, blickt Sportdirektor Christian Gentner bei SWR Sport auf eine erfolgreiche Englische Woche zurück. Auch zu Personalfragen äußert er sich.

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Stand

Von Autor/in Michael Richmann

Auf dem Weg in die Kurve herrschte am Sonntagnachmittag unter den Nationalspielern des VfB Stuttgart noch großer Gesprächsbedarf. Intensiv gestikulierend redeten Deniz Undav und Torschütze Chris Führich auf den leicht humpelnden Angelo Stiller ein und versuchten, das Remis gegen den 1. FC Union Berlin zu analysieren.

Auch Sportdirektor Christian Gentner hatte sich nach den Gala-Auftritten in der Englischen Woche für das Spiel gegen Union mehr versprochen, ordnete am Abend bei SWR Sport jedoch ein: "Wir hatten mit sieben Punkten eine erfolgreiche Woche. Auch wenn wir uns vor dem Spiel einen Heimsieg gewünscht hätten - aber summa summarum sind wir zufrieden mit der Woche."

VfB Stuttgart mit viel Stress in den kommenden Wochen

Bayer Leverkusen (4:1) und Eintracht Frankfurt (3:2) seien aufgrund der offensiveren Spiel-Anlage leichter zu besiegen als Union Berlin. "Sie haben keinen Spielaufbau, wie wir den versuchen zu praktizieren. Und die hohen und langen Bälle, die dann vor deinen Strafraum herunterfallen, zu verteidigen, ist über 90 Minuten sehr, sehr unangenehm. Das sieht man auch, wie die zu gefährlichen Situationen gekommen sind."

Der Stress wird in den kommenden Wochen jedoch nicht weniger werden. Sechs Spiele in 16 Tagen werden den VfB Stuttgart ganz schön beanspruchen. "Wichtig, dass jeder bereit ist, seine Rolle anzunehmen. Und das jeder weiß, dass er gebraucht wird", meint Gentner.

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VfB Stuttgart muss in der Europa League zur AS Rom

Der nächste Auftritt führt die Schwaben nach Rom. Dort trifft der VfB am Donnerstag (21 Uhr live im Audiostream auf SWR.de/sport) in der Europa League auf die AS Rom. Dort müssen sich Trainer Sebastian Hoeneß und Co. erneut auf einen unangenehmen Gegner einstellen. Denn die Roma trägt die Handschrift von Gian Piero Gasperini, der schon mit Atalanta Bergamo in der Stuttgarter Champions-League-Saison bleibenden Eindruck hinterließ: "Das haben wir letztes Jahr zu spüren bekommen: Die Art und Weise, wie Gasperini spielen lässt, ist sehr intensiv, sehr mann-orientiert, seine Gegenspieler sind alle sehr körperlich und sehr fit. Das wird eine ganz große Herausforderung am Donnerstag."

Doch die Ziele der Stuttgarter sind ehrgeizig. Spätestens seitdem Jamie Leweling nach dem Pokalsieg 2025 auf dem Stuttgarter Schlossplatz ankündigte, der VfB könne "den scheiß Europapokal gewinnen", ist auch die Euphorie bei den Fans groß. Doch Gentner relativiert: "Natürlich wollen wir uns gerne mit allen messen und messen können. AS Rom ist sicherlich eine der namhaftesten und qualitativ stärksten Mannschaften in diesem Wettbewerb. Letztendlich kann in einer K.O.-Phase auch die Tagesform entscheiden. Aber Jamies großes Ziel können wir ja immer noch erreichen, weil wir wenigstens die Playoffs sicher haben."

Diskussionen um Nübel, Leweling und Grischa Prömel

Parallel zum sportlichen Geschehen beschäftigen den VfB Stuttgart derzeit einige Personalien. Allen voran die Torwart-Diskussion um Alexander Nübel und das aktuelle Interesse des Premier-League-Klubs AFC Bournemouth, der angeblich 40 Millionen Euro für Jamie Leweling geboten hat. Auch Mittelfeldspieler Grischa Prömel, dessen Vertrag bei Liga-Konkurrent TSG Hoffenheim im Sommer ausläuft, war Thema beim VfB Stuttgart. Doch Christian Gentner bleibt in allen Fällen gelassen und äußert sich zu den verschiedenen Personalien.

Zu Jamie Leweling: "Jamie hat jetzt die Chance nicht nur auf die WM, sondern auch mit dem VfB Stuttgart eine herausragende Saison zu spielen. Seine ganz klare Aussage ist, beim VfB bleiben zu wollen. Das ist für uns eine Situation, in der wir uns mit anderen Themen gar nicht erst beschäftigen müssen."

Zu Alexander Nübel: "Das Heft des Handelns ist mit 4 1/2 Jahren Vertrag in München ganz klar: Alexander Nübel ist - Stand jetzt - im Sommer Spieler des FC Bayern München. Deshalb müssen wir uns aktuell mit der Personalie gar nicht erst befassen. Wir wissen auch, dass wir mit Denis Seimen jemanden haben, der aktuell in der 2. Bundesliga in Paderborn schon ein herausragendes Halbjahr gespielt hat, dem sicherlich auch die Zukunft beim VfB gehören soll.

Zusätzlich haben wir mit Florian Hellstern in unserer U21, der vom Alter her noch A-Jugend-Spieler ist, das nächste perspektivisch große Talent bei uns. Von daher sind wir happy, auf der Torhüter-Position so gut aufgestellt zu sein. Und es ist zum jetzigen Zeitpunkt gar kein Thema, sich darüber überhaupt Gedanken zu machen."

Zu Grischa Prömel: "Zunächst einmal ist es gut, dass Grischa nach langer Verletzung eine gute Halbserie spielen und in Hoffenheim dazu beitragen konnte, dass die jetzt so erfolgreich sind. Ich weiß aber gar nicht, wo Grischa selbst seine Zukunft sieht. Aber er ist eine Persönlichkeit. Das zeigt er auch in Hoffenheim. Er ist jemand, der Dinge vorlebt, hochprofessionell und läuferisch unglaublich stark ist, der also nicht nur menschlich sondern auch fußballerisch seine großen Qualitäten hat."

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Michael Richmann
Michael Richmann ist Sportredakteur, Podcast- und Feature-Autor für SWR Sport und SWR Kultur.
Das Interview führte
Tom Bartels