Der FCK hat sich in der ersten Runde des DFB-Pokals im Südwest-Derby bei Erzrivale und Drittligist Waldhof Mannheim mit 1:0 (0:0) nach Verlängerung durchgesetzt. Der eingewechselte Ibrahim Kanaté besorgte in der 120. Minute das Tor des Tages.
Die Brisanz des Spiels war schon vor dem Anpfiff zu spüren - und einige benahmen sich daneben. Aus dem Heimblock wurden Sitzschalen in den Fünfmeterraum von FCK-Keeper Julian Krahl geschleudert. Dann rollte der Ball - aber nur kurz. Bereits in der 3. Minute musste Schiedsrichter Robert Schröder die Begegnung unterbrechen, nachdem die FCK-Fans Pyrotechnik gezündet hatten und dichter Rauch durchs Carl-Benz-Stadion zog.
Waldhof hat die erste Chance gegen den FCK
Die Anfangsphase fiel dann unter die Kategorie "Abtasten". Mannheim überließ dem FCK den Ball, der um Ruhe im Spielaufbau bemüht war. Die erste gute Chance gehörte den Gastgebern: Julian Ulbricht steckte für Kushtrim Asallari durch, der wuchtig abschloss und Krahl zu einer ersten Parade zwang (12.).
Fünf Minuten später glichen die Roten Teufeln nach Chancen aus. Paul Joly brachte einen Diagonalball direkt in die Mitte, wo Marlon Ritter freistehend das Tor verfehlte. Kurz darauf zog der Kapitän einen Freistoß von der linken Seite direkt auf den Kasten, wo Waldhof-Keeper Thijmen Nijhuis im kurzen Eck zur Stelle war (19.).
Tazemetas Schuss landet am Pfosten
Der FCK war nun etwas besser im Spiel, aber die Mannheimer blieben gefährlich. Julian Rieckmann ließ Jan Elvedi im Strafraum stehen, seinen Abschluss aus zehn Metern konnten Joly und Krahl im Verbund in höchster Not klären (31.). Kurz vor der Pause kam dann der Zweitligist nochmal auf. Mergim Berisha bediente Startelf-Debütant Thierry Tazemeta im Zentrum, dessen Schuss aus elf Metern am Pfosten landete. Auch Nijhuis hatte da seine Finger noch mit im Spiel (40.). Letztlich ging es mit einem leistungsgerechten 0:0 in die Kabinen.
Mannheim kommt hellwach aus der Kabine
Der Anpfiff zum zweiten Durchgang verzögerte sich, weil erneut Feuerwerkskörper abgeschossen wurden - dieses Mal aus dem Block der Mannheimer. Die erste Gelegenheit gehörte wieder dem agilen Asallari, der sich am Strafraum durchsetzte, seinen Schlenzer aber ein wenig zu hoch ansetzte, nachdem er am Trikot gehalten worden war (47.). Dann kam mal richtig Feuer rein. Asallari ging gegen Ritter rustikal zu Werke, stocherte nach und sah die Gelbe Karte. Die aufkommende Rudelbildung erstickte Schiedsrichter Schröder dann aber im Keim (55.). Die Intensität in den Zweikämpfen nahm immer weiter zu. Dann wurde es mal wieder sportlich. Krahl verschätzte sich, nachdem ein Eckball abgewehrt und wieder hoch vors Tor gebracht wurde. Maximilian Thalhammer spitzelte die Kugel am FCK-Keeper vorbei, doch Jacob Rasmussen rettete in letzter Sekunde (61.).
Südwest-Derby im DFB-Pokal Raketen, Platzsturm, Unterbrechung: Eskalation bei Waldhof Mannheim gegen den FCK
Pyrotechnik, Unterbrechung und ein Platzsturm: Das Pokalspiel zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern geriet beim Übergang in die Verlängerung außer Kontrolle.
Die ganz großen Chancen waren auf beiden Seiten nicht dabei - bis zur 74. Minute. Der eingewechselte Mannheimer Goncalo Gregorio wurde am Strafraum angespielt, drehte sich und nagelte den Ball an den rechten Pfosten. Krahl wäre wohl chancenlos gewesen. In der Schlussphase hatten zwei Joker die Führung auf dem Fuß. Zunächst zwang Mannheims Vincent Thill Krahl mit seinem abgefälschten Schuss zu einer unkonventionellen Fußabwehr, den anschließenden Konter setzte Ibrahim Kanaté am Waldhof-Tor vorbei (86.). In der Nachspielzeit schickte Ritter nochmal Kanaté auf die Reise, der zunächst gehalten, dann aber von Diego Michel sauber vom Ball getrennt wurde (90.+2). Vier Minuten später rettete Nijhuis die Mannheimer mit seiner Glanztat gegen Ritter in die Verlängerung.
Schlimme Szenen im Mannheimer Stadion
Im Anschluss an die folgende Ecke pfiff Schröder die reguläre Spielzeit ab - Schluss war aber noch nicht. Ritter geriet mit Goncalo Gregorio aneinander, es folgte eine Rudelbildung, zu deren Teilnahme sich fast die beiden kompletten Teams eingeladen sahen. Als sich die Gemüter beruhigt hatten, bereiteten sich die Teams auf die Verlängerung vor.
Dann aber die Eskalation: Weil Feuerwerkskörper aus dem Gästeblock auf den Platz geschossen wurden, wollten Teile des Mannheimer Anhangs den Platz stürmen. Schiedsrichter Schröder schickte die Teams in die Kabinen, in Sekunden füllte sich der Innenraum mit zahlreichen Polizeibeamten. Anschließend setzten die Beamten Pfefferspray ein, es waren beängstigende Bilder. Die Waldhof-Anhänger ließen sich lange nicht beruhigen. Es war nicht klar, ob das Spiel fortgesetzt wird. Nach über einer halben Stunde holte Schröder die Mannschaften zurück aufs Feld. In der Verlängerung übernahm der FCK die Initiative, die Mannheimer verteidigten aber weiter leidenschaftlich.
Es dauerte bis zur 110. Minute, als Fabian Kunze den Ball nach einer Ecke aufs Tor köpfte und Keumo auf der Linie klärte. Mannheim brachte für die letzten acht Minuten den Ex-Lautrer Terrence Boyd, der direkt mal für Präsenz im Strafraum sorgte. Als alle sich schon aufs Elfmeterschießen einstellten, schlug der FCK zu. Kanaté wurde 18 Meter vor dem Tor freigespielt und schlenzte den Ball stark ins rechte Eck. Sekunden vor dem Ende hielt Keeper Krahl den Sieg für Kaiserslautern fest.
DFB-Pokal: Auslosung im September
Die zweite Runde des DFB-Pokals wird am 27. und 28. Oktober ausgetragen. Die Auslosung findet am 5. September im Rahmen der ARD Sportschau im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund statt.
Am kommenden Wochenende kehren beide Teams in den Liga-Alltag zurück. Der FCK will am Sonntag (30. August) bei Erstliga-Absteiger FC St. Pauli den ersten Sieg einfahren (13:30 Uhr). Drei Stunden später tritt Waldhof Mannheim beim TSV Havelse an.