Als Eren Dinkçi am Montag am Bremer Weserstadion zum Medizincheck vorfuhr, wirkte alles wie ein gewöhnlicher Bundesliga-Transfer. Doch der Wechsel des 24 Jahre alten Offensivspielers vom SC Freiburg zurück zu Werder Bremen hat einen ernsten Hintergrund: Seine Frau Cinja kämpft gegen akute lymphatische Leukämie, eine Form von Blutkrebs.
Der gebürtige Bremer Dinkçi wird für ein Jahr an seinen Ausbildungsverein, für den er als 19-Jähriger in der Bundesliga debütierte, ausgeliehen. Für den Angreifer ist der Schritt vor allem privat wichtig. Bei "Werder-TV" erklärte er: "Dass meine Frau an Leukämie erkrankt ist, wissen ja mittlerweile sehr viele. Und ihr Wunsch war es auch, wieder zurück nach Hause zu kommen oder nah zu Hause zu sein."
Beim SC Freiburg zeigte man Verständnis für die außergewöhnliche Situation Dinkçis. SC-Trainer Julian Schuster betonte: "Er hat eine gute Vorbereitung gespielt. Aber die private Konstellation macht die Sache besonders." Freiburg legte dem Spieler, der im Sommer 2024 zum Sport-Club gekommen war, keine Steine in den Weg – in einer Situation, in der Nähe zu Familie und einer vertrauten Umgebung für die Genesung sehr wichtig sein kann.
Diagnose Leukämie und mehrere Typisierungs-Aktionen
Bei Cinja war Anfang des Jahres Leukämie diagnostiziert worden, Dinkçi und seine Frau machten ihre Geschichte im April öffentlich. Gemeinsam riefen sie dazu auf, sich als Stammzellspenderin oder Stammzellspender registrieren zu lassen. Mehrere Typisierungsaktionen, u. a. organisiert vom SC Freiburg, dem 1. FC Heidenheim und von Werder Bremen, erreichten Tausende Menschen.
In einem emotionalen TikTok-Video rasierte der Angreifer seiner Verlobten die Haare ab, nachdem diese infolge der Chemotherapie ausgefallen waren.
"Ich habe hier noch einiges zu tun – und meine Frau auch", sagte Dinkçi bei "Werder-TV". Sportlich will der Offensivspieler für Bremen ordentlich Gas geben und seine Bundesliga-Bilanz für die Werderaner aufpolieren. Am 30. August, zum Saisonauftakt, gibt es eine weitere Rückkehr – zum Bundesligaspiel ausgerechnet beim SC Freiburg.