Zehn Spieler seines XXL-Kaders hat Jürgen Klopp in seinem ersten Vierer-Block als Bundestrainer zu Fußball-Nationalspielern gemacht. Zwei von ihnen konnten sich auch nach dem 0:0 in der Nations League in Griechenland bei allem Ärger über den verpassten Sieg als echte Gewinner fühlen: Der rechte Außenverteidiger Philipp Treu sowie der Freiburger Vereinskollege und Außenstürmer Derry Scherhant.
Philipp Treu spielte so viel wie kein anderer
Den Gang zum Bäcker in Freiburg fürchtet Philipp Treu nicht. Im Gegenteil. "Ich freue mich ja, wenn mich jemand erkennt", sagte der 25-Jährige nach seinem dritten gelungenen Länderspiel innerhalb von zehn Tagen. Treu wird jetzt sehr oft erkannt werden. Und das nicht nur im Breisgau. Denn sein eigentliches Ziel hat er erreicht. "Ich habe mir vorgenommen zu zeigen, wer der Philipp Treu ist. Und ich glaube, das habe ich ganz gut geschafft."
Das Vertrauen, das Jürgen Klopp in ihn setzte, hat Treu mehr als gerechtfertigt. Jahrelang war Deutschland auf der Suche nach einem rechten Außenverteidiger von internationalem Format. Bis zur WM wurde aus der Not Joshua Kimmich auf diese Position verfrachtet. Für Klopp ein No-Go. Es gibt doch Treu. Der bewies seine Qualitäten gegen Hollands Cody Gakpo, gegen Serbiens Filip Kostic und auch gegen den Griechen Alexandros Kyziridis. Der Punktsieger hieß immer Treu.
"Das waren jetzt echt zwei lehrreiche Wochen", sagte der junge Freiburger, der sich mit 270 Einsatzminuten als aktueller Vielspieler unter Klopp rühmen darf. Keiner bekam beim ersten Klopp-Block mehr Einsatzzeit.
DFB-Team Freiburger Duo spielt sich bei Bundestrainer Klopp in den Fokus
Zwei Profis des SC Freiburg zeigen sich beim DFB-Team gut aufgelegt. Derry Scherhant feiert ein gelungenes Debüt, Philipp Treu ist sogar noch einen guten Schritt weiter.
Derry Scherhant rahmt sich sein DFB-Trikot ein
Derry Scherhant selbst musste sich nach seinen ersten Länderspielen ein bisschen sammeln, um alles begreifen zu können. Das Lob von allen Seiten, die guten Ratschläge von Koryphäen wie Rudi Völler. Der DFB-Sportdirektor habe zu ihm gesagt, er solle "Gas geben, sich nicht verstecken".
Scherhant gehörte zu den größten Überraschungen im großen Klopp-Kader. In der Bundesliga ist er in Freiburg erst in dieser Saison so richtig durchgestartet. Sein Weg in den Profifußball war nicht einfach. "Für meinen Teil bin ich dankbar, dass ich dabei sein durfte. Es ist mehr als ein Traum für mich, wenn ich realisiere, wo ich herkomme", sagte der 23-Jährige.
Er legte in der Hauptstadt keine Bilderbuchkarriere hin, war in der Jugend bei Viktoria Berlin und Tennis Borussia Berlin oft nur Ersatzspieler. Der Wechsel zu Hertha BSC klappte nur, weil wegen der Corona-Pandemie das Transferfenster verlängert wurde. Jetzt ist er Nationalspieler. "Die Trikots werden eingerahmt", sagte Scherhant. Einzig sein Scorerpunkt blieb ihm gegen Griechenland verwehrt. Er legte zwar seinem Mitspieler Jonathan Burkhardt einen Treffer sehenswert auf, das Tor kassierte der VAR aber wieder ein. Tom Bischof hatte den Ball im Vorfeld mit der Hand gespielt.
Treu und Scherhant jetzt gegen Schalke gefordert
Um auch in der nächsten Länderspielphase im November mit von der Partie zu sein, sollten Treu und Scherhant ihre starke Form in der Bundesliga halten. Der SC Freiburg trifft dort am Sonntag (11.10., 17:30 Uhr, live im Audiostream auf Sportschau.de) auf den FC Schalke 04.