Große Ehre für Nationalspielerin

"Ein sehr schönes Gefühl": In Dudenhofen gibt es jetzt das Jule-Brand-Stadion

Wo Jule Brand einst mit dem Fußballspielen begann, wird in Zukunft im Jule Brand Stadion gespielt. Eine Ehre, die sich die Nationalspielerin mit einer jetzt schon bemerkenswerten Karriere verdient hat.

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Von Autor/in Michi Glang

Große Reden zu schwingen, das ist nicht das Ding von Jule Brand. Viel lieber lässt die 23-Jährige von Olympique Lyonnes auf dem Platz ihr fußballerisches Talent sprechen. Mit dem französischen Klub gewann sie das Double und zog ins Champions-League-Finale ein.

Mit einem Tor und einer Vorlage gegen den Titelverteidiger FC Arsenal war Brand maßgeblich am Endspiel-Einzug beteiligt. Im Finale war der FC Barcelona dann eine Nummer zu groß, 0:4 hieß es nach 90 Minuten. Eine Enttäuschung für Brand, doch ihre großartigen Leistungen werden honoriert.

Nach dem Motto "Ehre, wem Ehre gebührt" hat die Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen nun das örtliche Stadion nach Jule Brand benannt. Beim heimischen FV Dudenhofen hatte die Nationalspielerin einst mit dem Fußballspielen begonnen.

Brand legt beeindruckende Karriere hin

"Das ist ein sehr schönes Gefühl. Ich glaube, ich realisiere das alles noch gar nicht, was hier auch alles los ist", sagte Brand im Interview mit dem SWR. "Hier hat alles angefangen. Das ist das Stadion, in dem ich auch meine ersten Trainingseinheiten hatte."

Schnell wurde klar, über welch großes Talent die gebürtige Germersheimerin verfügte. Über die Stationen JSG JFV Ganerb und FC Speyer 09 landete Brand 2018 bei der TSG Hoffenheim. Im Kraichgau reifte die Offensivakteurin zur Bundesliga- und Nationalspielerin.

Es folgte der Wechsel zum VfL Wolfsburg. Mit den Wölfinnen holte Brand 2023 und 2024 den DFB-Pokal, im DFB-Team wurde sie zur Stammkraft und hat mittlerweile trotz des noch jungen Alters schon über 70 Länderspiele absolviert.

Wechsel nach Lyon als Volltreffer

Vor der vergangenen Saison wagte Brand dann den Schritt ins Ausland. Mit Olympique Lyonnes fiel die Wahl auf ein Schwergewicht im europäischen Frauenfußball. Ein Wechsel, der sich voll auszahlte. Mittlerweile ist Brand nicht mehr das mitunter zur Wankelmütigkeit neigende Top-Talent, sondern eine Führungsspielerin.

Dabei lässt sie immer noch lieber Taten als Worte sprechen, das merkte man ihr auch an diesem Samstag in Dudenhofen an. Dass das Stadion tatsächlich nach ihr benannt werden würde, hätte sie nicht für möglich gehalten. "Am Anfang habe ich noch gelacht. Ich dachte: 'Nee, das wird eh nix'. Dass das jetzt so geklappt hat, hat mich gefreut", sagte Brand.

Nationalmannschaft Jule Brand wird immer wichtiger - das einstige "Golden Girl" ist gereift

Jule Brand glänzt im DFB-Trikot mal wieder als Vorbereiterin und Torschützin. Die gebürtige Pfälzerin schöpft aus ihrem neuen Kapitel in Lyon viel Kraft.

Brand kommt immer gerne in die Heimat

Brand freut sich über ihre Popularität, die sie als Nationalspielerin hat - besonders, dass sie dem Nachwuchs ein Vorbild sein kann: "Das ist mit das Schönste, kleine Kinder im Trikot mit der Nummer 22 oder 29 und dem Namen Brand zu sehen." Die 22 trägt sie im DFB-Team, die 29 bei ihrem Klub.

Sportlich läuft es also rund. Und wie eng ist der Draht zur Heimat noch nach dem Wechsel ins Ausland? Immerhin trennen Lyon und Dudenhofen gute sechs Stunden mit dem Auto. "Ich habe eine enge Verbindung zu Dudenhofen. Meine ganze Familie, auch die Großeltern, wohnen noch hier", sagte Brand. "Wenn ich zwei, drei Tage frei habe, bin ich auch sehr gerne hier in der Heimat." In Zukunft kann sie dann beim Heimatbesuch an dem Ort vorbeischlendern, wo alles einst begann - dem Stadion, das seit Samstag ihren Namen trägt.