Nationalmannschaft

Jürgen Klopp kommt nicht zum Trainer-Kongress nach Mainz - und entschuldigt sich

Jürgen Klopp sollte beim Internationalen Trainer-Kongress in Mainz einen Vortrag halten. Der neue Bundestrainer hat mittlerweile abgesagt - schickt aber prominenten Ersatz.

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Stand

Bundestrainer Jürgen Klopp soll DFB-Strukturen reformieren und die deutsche Nationalmannschaft retten. Darum hat er keine Zeit für den Internationalen Trainer-Kongress in Mainz, bei dem er am Montag einen Impulsvortrag halten sollte. Stattdessen gibt DFB-Sportdirektor Rudi Völler in der Rheingoldhalle nun ein Interview.

Jürgen Klopp soll seinen Vortrag für den Bund Deutscher Fußball-Lehrer zu einem späteren Zeitpunkt halten und nach Wunsch der Organisatoren auch ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern und laut Pressemitteilung "auf konkrete Erfahrungen und Erkenntnisse seiner neuen Rolle eingehen". Klopp hatte nach seinem Job als WM-Experte und den Verhandlungen mit dem DFB erst einmal um eine einwöchige Auszeit gebeten.

Bundestrainer Jürgen Klopp begründet Absage

Für seine kurzfristige Absage entschuldigte sich der neue Bundestrainer in einer Videobotschaft. "Ich möchte nicht gleich zu Beginn nochmal Schlagzeilen liefern, ohne jemals mit der Mannschaft gespielt zu haben. Deshalb dachte ich, es macht Sinn, dass ich nicht darüber spreche, worüber ich sprechen wollte", sagte Klopp. "Das Thema wäre gewesen: Trainer werden ist nicht schwer, Trainer sein umso mehr", berichtete der 59-Jährige in seinem Video-Statement.

"Da hätte ich erzählt aus meiner Karriere, wie ich es geschafft habe - ohne ganz genau zu wissen, wie es funktioniert hat - solange bei den jeweiligen Vereinen gewesen zu sein", sagte Klopp und fügte hinzu: "Wenn ich mir vorstelle, ich hätte darüber erzählt, dann könnte mir das durchaus in den nächsten Tagen und Wochen um die Ohren fliegen. Weil, jetzt bin ich Trainer geworden. Das war schon schwer genug. Aber jetzt muss ich auch zeigen, dass ich es auch bleiben kann. Darauf möchte ich mich konzentrieren."

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Offiziell tritt Klopp die Nachfolge von Julian Nagelsmann am 15. August an, und die bis zum Nations-League-Start am 24. September beim Erzrivalen Niederlande abzuarbeitende Mängelliste ist lang. "Interessant ist, dass ich meinen Alltag noch gar nicht kenne. Ich bin froh, dass das erste Spiel noch nicht morgen ist. Da wäre ich überfordert", hatte Klopp am Freitag bei seiner ersten Pressekonferenz als DFB-Trainer gesagt.

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Vor dem Spiel in Amsterdam wird Klopp die Mannschaft in gewohnter Umgebung in Herzogenaurach versammeln. Bis zum 4. Oktober folgen drei weitere Spiele. Dafür habe er bereits "ein paar Dinge im Kopf", diese seien aber "noch nicht druckreif", sagte er. Man werde allerdings sicher "nicht elf Mann durchpeitschen, die alle vier Spiele spielen". Viele Dinge hat Klopp abseits des Platzes durchzupeitschen. In vier, fünf, sechs Jahren sollen andere Verbände schließlich sagen, "sie wollen es so machen, wie sie es beim DFB gemacht haben". Ein äußerst ambitioniertes Ziel nach dem dritten WM-Debakel in Folge.

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Beim Neuaufbau möchte Klopp "ohne Aktionismus Dinge anpassen und verändern". Dafür will er den Blick auch auf das richten, "was nicht direkt den Fußball beeinflusst".  Dafür hat sich Klopp auch seinen langjährigen Berater Marc Kosicke als externen Mitarbeiter für Strategie, Entwicklung und Innovation mit ins Boot geholt. Ab Januar stößt Per Mertesacker als Geschäftsführer Sport und Nachfolger von Andreas Rettig dazu. Zu dem für Nachwuchs, Training und Entwicklung zuständigen Verbandsdirektor Hannes Wolf hat Klopp ohnehin einen engen Draht. Klopp wird also einiges berichten können, wenn er seinen Vortrag doch noch hält.

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Michael Richmann
Michael Richmann ist Sportredakteur, Podcast- und Feature-Autor für SWR Sport und SWR Kultur.

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