Es ist eine der bemerkenswertesten Personalien beim 1. FC Kaiserslautern in dieser Saison. Noch vor wenigen Monaten spielte Jan Elvedi nicht für den FCK, sondern auf Leihbasis für die SpVgg Greuther Fürth. Jetzt ist der Schweizer zurück in Kaiserslautern - und wieder Stammspieler in der Innenverteidigung.
Dabei war seine Zukunft auf dem Betzenberg nach dem vergangenen Winter alles andere als selbstverständlich. Elvedi hatte seinen Stammplatz verloren und entschied sich schließlich selbst dafür, Kaiserslautern vorübergehend zu verlassen. Im Podcast "Nur der FCK" spricht der mittlerweile 30-Jährige offen darüber, wie sehr ihm diese Phase zugesetzt hat.
"Stammplatz verloren, es läuft nicht mehr und dann kommst du in so einen Strudel rein und irgendwie läuft alles gegen dich", sagt Elvedi über die Zeit unmittelbar vor seinem Wechsel nach Fürth.
Jan Elvedi wollte durch seine Leihe zu Fürth mehr Spielzeit
Für Elvedi gab es damals zwei Möglichkeiten: Die Situation beim FCK akzeptieren - oder noch einmal etwas verändern. Er entschied sich für die Leihe nach Fürth. "Ich will es mir noch mal beweisen und noch mal sagen: Ich kann das", beschreibt er seine damaligen Gedanken.
Der Wunsch nach der Leihe ging von Elvedi selbst aus. Der FCK hätte seinen Verteidiger eigentlich gerne behalten. Doch Elvedi wollte vor allem eines: spielen. "Nur so konnte ich wieder zurückfinden zu meinen Stärken und Selbstvertrauen tanken."
Elvedi verhindert mit Fürth Erfolgreich den Abstieg in die 3. Liga
Der Plan ging auf. Elvedi sammelte in Fürth Spielpraxis und kämpfte mit der Spielvereinigung erfolgreich gegen den Abstieg. Besonders das 3:0 gegen Fortuna Düsseldorf am letzten Spieltag, mit dem sich Fürth noch in die Relegation rettete, ist ihm im Gedächtnis geblieben. "Die haben uns alle schon abgeschrieben und wir sind da mit einer Überzeugung in dieses Spiel reingegangen. Das war wirklich beängstigend schon fast."
Jan Elvedi: Mentalität und Persönlichkeit als große Stärke
Dass er anschließend noch einmal beim FCK angreifen wollte, stand für Elvedi fest - sofern er die Chance dazu bekommen würde. Die bekam er. Schon gegen Ende seiner Leihe habe es erste Signale aus Kaiserslautern gegeben, dass er zurückkehren solle. Nach seiner Rückkehr habe er sich sofort wieder wohlgefühlt: "Ich hatte von Anfang an ein super Gefühl."
Dass sich Elvedi trotz verschiedener Trainer und großer Konkurrenz beim FCK immer wieder durchgesetzt hat, hält er selbst für eine seiner größten Qualitäten. Er sei vielleicht "nicht talentmäßig extrem gesegnet", komme aber "über Mentalität und Persönlichkeit". Auch mit dieser Einstellung hat er sich seinen Platz beim FCK zurückerobert.
Warum die FCK-Defensive aktuell besser funktioniert
Elvedi sieht aber nicht nur bei sich persönlich eine Entwicklung. Auch das Defensivverhalten der gesamten Mannschaft habe sich verändert. In der vergangenen Saison sei die Verteidigung aus seiner Sicht teilweise zu stark auf einzelne Duelle reduziert worden.
"Wir verteidigen nicht als Mannschaft", beschreibt er rückblickend seinen damaligen Eindruck. In dieser Saison sei das anders: "Wir sind wirklich mit dem Mittelfeld, mit dem Sturm quasi eine Einheit und gucken, wie wir verteidigen." Die Spieler würden sich gegenseitig besser absichern und Fehler des Nebenmannes auffangen. "Ich finde, das gelingt uns aktuell richtig gut."
Elvedis Vaterglück bringt ihn auch auf dem Platz weiter
Abseits des Platzes hat sich bei Elvedi ebenfalls einiges verändert. Er ist Vater geworden und wenn man mit ihm darüber spricht, beginnt er direkt zu strahlen. Eine Erfahrung, die ihm nach eigener Aussage auch als Fußballprofi hilft. Sie gebe ihm "eine Stärke auf einer Ebene, die ich jetzt schwer beschreiben kann" und zusätzliche Sicherheit.
Und während viele Profis ihr Leben auf Instagram mit ihren Fans teilen, hat Elvedi einen anderen Weg gewählt: Er hat überhaupt keinen Instagram-Account mehr. Eigentlich wollte er nur eine Pause einlegen. Dann stellte er fest: "Ich vermisse das einfach gar nicht." Auch die vielen negativen Kommentare brauche er nicht: "Bei sich bleiben und Vollgas geben", lautet sein Ansatz.
In der neuen Folge des Podcast "Nur der FCK" erzählt Jan Elvedi ausführlich, wie er die schwierigen Monate vor seiner Fürth-Leihe erlebt hat, warum er unbedingt zum FCK zurückkehren wollte und was sich in der Mannschaft verändert hat. Außerdem spricht er über seinen Zwillingsbruder Nico, das Vatersein und die besondere FCK-Fankultur. Die komplette Folge gibt es bei ARD Sounds und überall sonst, wo es Podcasts gibt.
Fußball | Podcast Nur der FCK
Nur der FCK - der SWR Sport Podcast über den 1. FC Kaiserslautern. Alle zwei Wochen reden wir über alles rund um den FCK - mit Spielern und Fans.