Der 1. FC Heidenheim ist aktuell Abstiegskandidat Nummer eins der Bundesliga. Ganz fett unterstrichen wird das durch den Blick in die Statistik: Wer in den vergangenen zehn Spielzeiten nach dem 21. Spieltag vom Tabellenende grüßte, ist auch abgestiegen. Das letzte Team, das sich aus dieser Situation noch retten konnte, war der VfB Stuttgart in der Saison 2014/15 - mit einem 2:1-Sieg am letzten Spieltag in Paderborn.
Anders als der FCH konnte mit dem FC St. Pauli und dem 1. FSV Mainz 05 die unmittelbare Konkurrenz um den Klassenerhalt am letzten Spieltag dreifach punkten. "Wir tun gut daran, gar nicht auf die anderen Vereine zu gucken", so Heidenheims Kapität Patrick Mainka am Sonntagabend bei SWR Sport.
Heidenheim muss jedoch einen Sechs-Punkte-Rückstand auf den Relegationsplatz beziehungsweise auch auf den ersten Nichtabstiegsplatz aufholen. "Die Tabelle sieht allgemein nicht gut für uns aus. Aber es sind immer noch 13 Spiele zu spielen", macht sich Mainka Mut. Nach zuletzt acht Spielen ohne Sieg müssen jetzt am besten Dreier her. Nächste Gelegenheit ist am Sonntag beim FC Augsburg (17:30 Uhr live im Audiostream auf Sportschau.de).
Meinung Der 1. FC Heidenheim sollte wieder weniger hoffen und mehr glauben
Nach der Niederlage gegen den HSV sollte sich der 1. FC Heidenheim daran erinnern, welche Einstellung im Abstiegskampf der vergangenen Saison geholfen hat. Ein Kommentar von SWR-Sportredakteur Patrick Stricker.
Dem Dreier so nah - und doch so weit weg
Wie schon das Heimspiel gegen den Hamburger SV ist die Partie in Augsburg eine Begegnung nach dem Motto: "Wenn nicht gegen die, gegen wen denn dann?" Doch Mainka hadert: "Wir haben in vielen Spielen gezeigt, dass wir absolut konkurrenzfähig sind. Wir sind immer irgendwo so nah dran und doch so weit weg."
Die Baustellen des 1. FC Heidenheim
Der 1. FC Heidenheim muss in dieser Saison mehrere Baustellen beackern: allen voran schlechte Chancenverwertung und zu einfache Gegentore. Und irgendwie schaffen die Heidenheimer es nicht, das Momentum auf ihre Seite zu ziehen. "Ein Spiel zu gewinnen, dass wäre jetzt der erste kleine Schritt," glaubt Mainka.
Ein Trainerwechsel ist für den Kapitän kein Thema. Und der Klassenerhalt sei noch möglich: "Das eine oder andere Fußball-Märchen wurde in Heidenheim schon geschrieben - und ich glaube, da ist noch Platz für ein Weiteres."
Mainka: der Dauerbrenner des FCH
FCH-Coach Frank Schmidt will keine Sekunde auf die Qualitäten eines Patrick Mainka verzichten. Das Spiel gegen den HSV war Mainkas 89. Startelf-Einsatz - am Stück. Verpasste Spielminuten: keine. Woher nimmt er diese Energie? "Ich glaube, dass ich immer wieder Leistung abgerufen habe, so dass es schwer war, an mir vorbeizukommen."
Musterprofi Mainka
Das kommt nicht von ungefähr. "Dahinter steckt auch viel Arbeit", sagte Mainka. Er gehöre nicht zu den Profis, die sich nach dem Training oder nach einer Partie lang legen. Vor- und Nachbereitung seien bei ihm Pflicht. Ebenso der ständige Kontakt mit den Athletiktrainern und den Physiotherapeuten. Selbst zuhause auf dem Sofa sind regenerative Maßnahmen Standard für den 31-Jährigen.
Patrick Mainka ist definitiv ein Vorbild in Sachen Berufsethos. Mehr "Mainka-Einstellung" für die restlichen 13 Spiele, vielleicht liegt hier noch eine klitzekleine Chance auf den Liga-Verbleib für den 1. FC Heidenheim.