Hier ist Deutschland jetzt kinderfreundlicher

Barbara Pfeiffer macht Kinder zu Experten für ihren Stadtteil

Erwachsene planen Städte. Barbara Pfeiffer fand, dass dabei eine entscheidende Perspektive fehlte. Also ließ sie Kinder zeigen, was ihren Stadtteil wirklich ausmacht.

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Von Autor/in Andrea Wieland

Beruflich arbeitet Barbara Pfeiffer seit über 25 Jahren als Ergotherapeutin. Ehrenamtlich setzt sie sich in Heidelberg-Rohrbach dafür ein, dass Kinder in ihren Stadtteil wahrgenommen werden.

Sie ärgert sich darüber, dass Kinder nicht gehört werden: „Politisch werden ja Kinderinteressen mit Elterninteressen oft auch vermischt und dann heißt es: Ja, ist doch dasselbe.“

Als Beispiel nennt sie den Kindergarten: Eltern gehe es bei dem Thema um Beiträge, Öffnungszeiten oder Ganztagsbetreuung. Kinder hingegen würden auf die Frage, was sie an ihrem Kindergarten am besten fänden, vielleicht mit „der hohen Rutsche oder dem Baumhaus antworten“.

„Also ich sage immer Eltern reden über Rahmenbedingungen, Kinder über Inhalte.“

Eine Straßenmalaktion der Kinderbeauftragten von Heidelberg-Rohrbach
Eine Straßenmalaktion der Kinderbeauftragten von Heidelberg-Rohrbach Barbara Pfeiffer

Was hast du verändert?

Als die zweifache Mutter ihr Ehrenamt übernahm, wollte sie nicht einfach stellvertretend für Kinder sprechen. Stattdessen ging sie in Schulen, auf Spielplätze und in den Stadtteil. Aus diesen Gesprächen entstanden ein Kinderstadtplan, ein Workshop für Kinderreporter und zahlreiche gemeinsame Projekte in Heidelberg-Rohrbach.

 „Wie soll ich denn für Kinder reden, wenn ich Kinder nicht treffe (…). Ich muss ja wissen, wie es ihnen geht, was sie wollen und wie sie ticken.“

Was war am schwierigsten?

Für Barbara Pfeiffer fehle es nicht an Erkenntnissen. Sie sagt Studien und Fachleute wüssten längst, was Kinder brauchen – von mehr Rückzugsräumen bis zu besseren Beteiligungsmöglichkeiten. Das eigentliche Problem sei jedoch, dass Kinderinteressen im politischen Alltag oft hinter anderen Themen zurückstehen:

Wir wissen, die Kindergesundheit geht zurück. Wir wissen, Kinder brauchen mehr Ruheräume. Wir wissen, Schule müsste man anders denken. Wir wissen das alles. Aber keiner stellt es auf Platz eins der Umsetzung. Es ist keine Wissenslücke, sondern eine Handlungslücke sozusagen.

Was sich hier für Kinder verändert hat:

  • Kinder entwickeln ihren eigenen Stadtplan
  • Kinder werden zu Reportern
  • Vereine, Schulen und Kitas tauschen sich regelmäßig aus
  • Wichtige Veranstaltungen werden stärker aus Sicht von Kindern gestaltet
  • Neue Trinkwasserstellen und weitere Projekte sind entstanden

Eure Geschichten von der #unsereKinder-Karte Serie: Hier ist es jetzt kinderfreundlicher

Jede Woche stellen wir euch hier Menschen vor, die eine Idee für Kinder erfolgreich umgesetzt hat. Das kann in der Stadt oder auf dem Dorf sein, im Sport oder in der Natur.

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Andrea Wieland