Ältester Preis für Jazz-Musik in Deutschland

Der SWR Jazzpreis – eine kurze Geschichte

Er ist der älteste Jazzpreis in Deutschland: Der vom Land Rheinland-Pfalz und dem SWR gestiftete SWR Jazzpreis wird seit 1981 vergeben – damals ein absolutes Novum.

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Von Autor/in Julia Neupert SWR Jazzredakteurin

Kameraausschnitt Kontrabass
Kameraausschnitt Kontrabass Oliver Matlock

Repräsentativer Preis für Jazz war überfällig

Ins Leben gerufen wurde die Auszeichnung Anfang der 80er-Jahre,„aus der Notwendigkeit, neben die zahlreichen Kulturpreise, die es in der Bundesrepublik für moderne Konzertmusik, Literatur, Journalismus, Bildende Kunst etc. gibt, einen repräsentativen Preis für Jazz zu stellen“. So hieß es dazu in einer Pressemitteilung des Südwestfunks.

Einige Jahre lang hatte Jazzredakteur Joachim Ernst Berendt für die Etablierung einer solchen Auszeichnung geworben und schließlich nicht nur seine Vorgesetzten überzeugt, sondern mit dem Land Rheinland-Pfalz auch einen starken und engagierten Kooperationspartner gewinnen können.

Joachim-Ernst Berendt initiierte und leitete auch zahlreiche Konzertreihen und Festivals, unter anderem die "Jazztime" und das "New Jazz Meeting Baden-Baden" sowie ab 1964 die Berliner Jazztage, das spätere Jazzfest Berlin.
Joachim-Ernst Berendt initiierte und leitete zahlreiche Konzertreihen und Festivals, unter anderem die „Jazztime“ und das „New Jazz Meeting Baden-Baden“ sowie ab 1964 die „Berliner Jazztage“, das spätere „Jazzfest Berlin“. Außerdem war er Produzent unzähliger Jazz-Schallplatten, vor allem für das im Schwarzwald beheimatete Label „MPS“. Archivbild

Von Anfang an war klar: Der SWR-Jazzpreis soll eine überregionale künstlerische Auszeichnung sein, eine Ehrung für besonders kreative, innovative, experimentierfreudige Musikerinnen und Musiker, die den Jazz in Deutschland prägen.

Von Anfang an unabhängige Jury

Deshalb wurden in die Jury auch keine Vertreter von Kulturpolitik oder Musikwirtschaft eingeladen, sondern Jazz-Experten: unabhängige Jazzjournalisten und Jazzmusiker – für etliche Jahre tatsächlich ausschließlich Männer!

Diskutierte man anfangs noch, ob die Preisverleihung beim Jazzfest Berlin oder dem Montreux Jazzfestival stattfinden soll, wurde bald klar, dass dieser Preis in seiner rheinland-pfälzischen Heimat am besten aufgehoben ist.

Das Kurfürstliche Schloss Mainz war in frühen Jahren erster Austragungsort (am Rande des Abschlusskonzerts vom SWR NEWJazz Meeting), danach folgten etliche Preisübergaben im Mainzer SWR-Funkhaus.

Seit 2012 findet die Verleihung im Rahmen vom Internationalen Festival „Enjoy Jazz“ in Ludwigshafen statt. Die Preisträger*innenliste ist inzwischen lang – und auch wenn er nicht mehr die einzige Auszeichnung dieser Art in Deutschland ist, bleibt der SWR Jazzpreis doch eine ihrer renommiertesten.

Chronik der SWR Preisträger*innen

JahrName / Ensemble
1981Bernd Konrad
1982Kölner Jazzhaus Initiative
1983Brüninghaus / Stockhausen / Studer
1984Herbert Joos
1985Gabriele Hasler
1986Christof Lauer
1987Duo Gebhard Ullmann /Andreas Willers
1988Sybille Pomorin
1989Gruppe „Serene“
1990Thomas Heberer
1991Klaus König
1992Michael Riessler
1993Karl Berger
1994Ralf Hübner
1995Matthias Schubert
1996Peter Weniger
1997Joachim Kühn
1998Nils Wogram
1999Kölner Saxophon Mafia
2000Jens Thomas
2001Achim Kaufmann
2002Aki Takase
2003Johannes Enders
2004Conny Bauer
2005Frank Gratkowski
2006Axel Dörner
2007Alexander von Schlippenbach
2008Duo Heinz Sauer-Michael Wollny
2009Ingrid Laubrock
2010Eric Schaefer
2011Rudi Mahall
2012Manfred Bründl
2013Hayden Chisholm
2014Pablo Held Trio
2015Georg Graewe
2016Julia Hülsmann
2017Christian Lillinger
2018Sebastian Gille
2019Liz Kosack
2020Daniel Erdmann
2021Eva Klesse
2022Petter Eldh
2023Kathrin Pechlof
2024Cansu Tanrıkulu, Nick Dunston
2025Christopher Dell
2026Olga Reznichenko
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Autor/in
Julia Neupert SWR Jazzredakteurin