Ein Fest für Klassikliebhaber

Klassik-Festivals im Sommer 2026: Opern und unvergessliche Kulissen

Seebühne, Steinbruch, Wagner-Hügel: Sommerzeit ist Festivalzeit. Diese fünf Festivals lassen das Opern- und Klassik-Herz im Sommer 2026 höher schlagen.

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Von Autor/in Janine Putzek

Die Sommermonate sind die Hochsaison für Opern- und Klassikfestivals. Musik erklingt unter freiem Himmel und an außergewöhnlichen Orten.

Doch wie gestalten sich Festspiele im 21. Jahrhundert? Bei der Tagung „Festspiele! Gestern – Heute – Morgen“ in Bayreuth, die anlässlich des 150. Jubiläums der Bayreuther Festspiele stattfand, diskutierten Experten, wie Nachhaltigkeit, Innovation und Tradition in Einklang gebracht werden können.

SWR Kultur begleitet diesen Festival-Sommer nicht nur mit spannenden Gesprächen und Beiträgen, sondern bringt die Highlights auch direkt ins Wohnzimmer: In der ARD Mediathek finden sich hochkarätige Open-Air-Konzerte und Festspiel-Produktionen aus ganz Europa.

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Bregenzer Festspiele (22. Juli bis 23. August 2026)

Die spektakuläre Seebühne macht die Bregenzer Festspiele zu einem einzigartigen Erlebnis. Nach zwei Saisons „Der Freischütz“ gibt es 2026 eine Neuinszenierung von Verdis „La Traviata“. Das Bühnenbild besteht aus einem riesigen zerbrochenem Spiegel. Regie führt Damiano Michieletto und Bühnenbildner ist Paolo Fantin.

Neben der Seebühne bieten die Festspiele noch einige weitere Highlights: Im Festspielhaus feiert Leoš Janáčeks Oper „Die Ausflüge des Herrn Brouček“ am 23. Juli Premiere. Regie führt Yuval Sharon, die musikalische Leitung übernimmt Robert Jindra.

Für Konzert-Liebhaber präsentieren die Wiener Symphoniker Meisterwerke wie Dvořáks „Stabat Mater“ (27. Juli, Leitung: Dalia Stasevska), Sibelius’ Violinkonzert (2. August, Leitung: Eva Ollikainen) und Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ (10. August).

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Opernfestspiele Heidenheim (11. Juni bis 1. August 2026)

Das Opernfestival in der schwäbischen Schlossruine lockt mit intimer Atmosphäre, außergewöhnlichem Repertoire und magischen Kulissen wie der Open-Air Rittersaal von Schloss Hellenstein.

Unter dem Motto „MachtMenschen!“ widmen sich die Opernfestspiele Heidenheim in diesem Sommer den Shakespeare-Opern Verdis: „Otello“ und „Macbeth“. Intendant Marcus Bosch verbindet dabei historische Stoffe mit modernen Inszenierungen, die den Blick auf Macht und menschliche Abgründe schärfen.

Bayreuther Festspiele (24. Juli bis 26. August 2026)

Zum 150. Jubiläum wird erstmals auf dem Grünen Hügel Wagners Jugendwerk „Rienzi“ aufgeführt. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Nathalie Stutzmann. Als Regie-Duo erarbeiten die Hügel-Debütantinnen Alexandra Szemerédy und Magdolna Parditka diese Neuinszenierung. 

Wer es nicht auf den Wagnerhügel schafft, kann „Rienzi“ am 26. Juli 2026 ab 16:00 Uhr im Livestream in der ARD Mediathek sehen.

Außerdem kann man sich schon eine Woche vorher ab dem 21. Juli mit der vierteilige Doku-Serie „The Good, the Bad & the Ego“ (BR/SWR) über Richard Wagner als Figur voller Brüche einstimmen. Die zentrale Frage lautet: Warum inspiriert und provoziert er auch im 21. Jahrhundert?

Oper im Steinbruch St. Margarethen (15. Juli bis 22. August 2026)

In der beeindruckenden Naturkulisse von St. Margarethen (Österreich) ist in diesem Jahr Giacomo Puccinis „Tosca“ zu sehen. Thaddeus Strassberger inszeniert ein barockes Rom im UNESCO-Welterbe; ein monumentales Kirchenportal und ein schwingender Weihrauchkessel setzen visuelle Akzente.

Neben der Kulisse kann sich auch die hochkarätige Besetzung sehen lassen: Zu hören sind Joyce El-Khoury als Tosca und Yongzhao Yu als Cavaradossi. Alternierend treten Bror Magnus Tødenes und Adorján Pataki als Cavaradossi auf.

Oper im Steinbruch in St. Margarethen
Oper im Steinbruch in St. Margarethen, Österreich Pressestelle Oper im Steinbruch, (c) Renée del Missier

Salzburger Festspiele (17. Juli bis 31. August 2026)

Die Salzburger Festspiele sind ohne Zweifel eines der traditionsreichsten und renommiertesten Klassik-Festivals der Welt. Die offizielle Eröffnung wird am 26. Juli live um 11 Uhr in 3SAT und im ORF übertragen. Dieses Jahr werden die Festspiele von Interims-Intendantin Karin Bergmann geleitet, nachdem Markus Hinterhäuser aufgrund eines Streits mit dem Aufsichtsgremium zurückgetreten ist.

Opern-Highlights sind Mozarts „Così fan tutte“, Richard Strauss’ „Ariadne auf Naxos“ und Bizets „Carmen“. Unter der Leitung von Gustavo Dudamel, Riccardo Muti und weiteren Star-Dirigenten spielen die Wiener Philharmoniker fünf Konzertprogramme.

Das Jugendprogramm „jung & jede*r“ bringt Kultur direkt zu den Jüngsten mit mobilen Theaterstücken, Kinderopern und Schulprojekten.

Kommentar Ehrliche Absage von Elīna Garanča: Diesen Mut braucht es in der Musik

Im Dezember hatten die Salzburger Festspiele die Besetzung verkündet, jetzt zieht die Mezzosopranistin Elīna Garanča zurück: Zu Ariadne in Strauss‘ Oper „Ariadne auf Naxos“ finde sie keinen geeigneten Zugang, das schreibt sie in einem Statement auf Facebook. Eine valide und mutige Entscheidung für die Kunst statt für die Karriere, findet Hannah Schmidt.

Treffpunkt Klassik SWR Kultur

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Autor/in
Janine Putzek
SWR-Reporterin Janine Putzek.