Von den 90ern bis heute

Mr. President-Sängerin T-Seven: Von Fernsehshows und Verkupplungsversuchen

T-Seven a.k.a. Judith Hildebrandt erzählt uns, was sie als Teil von Mr. President erlebt hat und wie es nach den 90ern für sie weiterging.

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Stand

Einer der großen 90er Hits ist "Coco Jamboo" von Mr. President. SWR1 Moderator Frank Harbeck-Johannsen hat mit der ehemaligen Sängerin der Gruppe Mr. President über die 90er gesprochen.

Als T-Seven war sie Teil der erfolgreichen Band Mr. President

SWR1: Der Song war weltweit erfolgreich, nicht nur in Deutschland. Wie hat sich Dein Leben damals von heute auf morgen verändert?

Judith Hildebrandt: Das ging langsam bei uns voran. Wir hatten 1994 den ersten Erfolg mit "Up'n Away" in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das wurde immer ein bisschen mehr. Durch "Coco Jamboo" hatten wir dann diesen weltweiten Erfolg. Wir waren plötzlich jeden Tag in einem anderen Land.

Mama fragte: "Wo seid ihr?". Und dann habe ich gesagt: "Mama, keine Ahnung, ich muss Englisch reden."

Meine Mutter hat immer im Hotel angerufen. Damals gab es noch keine Handys. Mama fragte: "Wo seid ihr?". Und ich habe gesagt: "Mama, keine Ahnung. Ich muss Englisch reden."

Die Mutter von Nick Carter hätte die beiden gerne verkuppelt

SWR1: Stimmt es, dass die Mutter von Nick Carter von den Backstreet Boys Dich mit ihm verkuppeln wollte?

Hildebrandt: Ja. Früher waren die Backstreet Boys in Amerika noch nicht erfolgreich und dort kannte die noch keiner. Sie haben in Deutschland angefangen. Wir waren damals schon erfolgreich. Die Mutter war sehr akribisch darin, ihre ganzen Kinder irgendwie in die Öffentlichkeit zu bringen. Sie hat sich gedacht, dass das ein super Match sei.

Aaron Carter hing ziemlich viel mit uns ab, weil wir immer Spielzeug mit auf Tour hatten, Bälle oder irgendwelche Ballspiele. Er hat mit uns gespielt. Dann kam Aaron Carter einmal zu mir gelaufen und sagte: "Nick has got a crush on you" ("Nick schwärmt für Dich").

Nick war für mich noch ein Kind. Ich weiß gar nicht, wie viele Jahre er jünger ist, ob das nur eins oder zwei Jahre sind. Er war für mich aber in dem Alter noch ein Kind. Da will jetzt ein Kind mit mir ausgehen, das geht ja gar nicht.

SWR1: Ärgerst Du Dich im Nachhinein darüber?.

Hildebrandt: Nein. Ich war nie mit jemandem aus dem Musikgeschäft zusammen. Meine Freunde hatten ganz normale Berufe: Polizisten, ein Fahrschullehrer. Ich habe dann trotzdem immer noch ein bisschen Privatleben gehabt. Nein, ich bereue das nicht.

Social-Media-Beitrag auf Instagram

T-Sevens persönlicher Lieblingsmoment

SWR1: Gibt es so einen persönlichen Moment aus den Neunzigern mit Mister President, der richtig schön war?

Hildebrandt: Da gibt es ganz viele. Aber einer, der beeindruckend war, war in Finnland. Wir waren dort auch total groß. Wir sind in einer Fernsehshow aufgetreten, die in einem Stadion war. Direkt nach der Werbepause waren wir dran. Wir standen hinter einer großen Tür, Dann machte sie auf und du hattest diesen Blick ins Stadion und die Leute haben uns gesehen.

Wir haben bei "Coco Jamboo" immer diese Hand oben gehabt, die gewunken hat. Das war das Markenzeichen aus der Choreografie. Dieses ganze Stadion hat uns gesehen, und dann ging wirklich von allen Menschen diese Hand hoch und sie winkten uns zu.

Ich weiß von dem Auftritt ehrlich gesagt auch nur noch das. Mich hat das so geflasht, dass ich danach keine Erinnerung mehr habe. Das fand ich beeindruckend.

Judith Hildebrandt wird zwischendurch Pferdetrainerin

 SWR1: Seit den Neunzigern ist einiges passiert. Was hast Du seitdem gemacht?

Hildebrandt: Eine ganze Menge. Nachdem ich ausgestiegen bin, war ich in einer Rockband. Danach habe ich sehr lange Radio gemacht – ich bin quasi Kollegin. Allerdings habe ich auch weiter Musik gemacht. Ich habe einen Gitarristen, mit dem ich zusammen auftrete.

Ich habe wieder angefangen, auf die Bühne zu gehen, und das macht mir wahnsinnig viel Spaß. Mal gucken, was dieses Jahr alles noch kommt.

Zwischendurch bin ich Pferdetrainerin geworden und mache das jetzt seit zehn Jahren. Ich moderiere noch ganz viel, gerade auf 90er-Festivals, und bin gerade dabei, wieder zurückzukommen – durch das Moderieren und den Anruf von Giovanni Zarrella. Der dachte: "Du musst wieder zurück auf die Bühne. Ich will mit Dir zusammen "Coco Jamboo" machen."

Ich habe wieder angefangen, auf die Bühne zu gehen, und das macht mir wahnsinnig viel Spaß. Mal gucken, was dieses Jahr alles noch kommt.

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Guten Morgen Rheinland-Pfalz SWR1 Rheinland-Pfalz

Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Frank Harbeck-Johannsen
Frank Harbeck-Johannsen
Interview mit
Judith Hildebrandt aka T-Seven
Onlinefassung
SWR1 Rheinland-Pfalz
Eins gehört gehört. SWR1. (Schriftzug SWR1 auf gelbem Hintergrund)