Horst Nußbaum, besser bekannt als Jack White, hat eine beeindruckende Karriere hingelegt – und das in gleich zwei völlig unterschiedlichen Welten.
Geboren in Köln, begann sein Leben alles andere als glamourös. Schon früh musste er mithelfen, den Lebensunterhalt der Familie zu sichern. Doch aus dem Jungen, der an Marktständen arbeitete, wurde ein Mann, der Musikgeschichte schrieb.
"Diese Zeit hat mich geprägt und hat dafür gesorgt, dass ich immer auf dem Boden geblieben bin."
Nach der Mittleren Reife absolvierte er eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann und erweiterte seine Sprachkenntnisse durch ein Dolmetscher-Examen in Englisch und Italienisch.
Jack White: Vom Fußballplatz ins Tonstudio
Doch neben der Arbeit und den Sprachen spielte eine Leidenschaft eine zentrale Rolle: der Fußball. Horst Nußbaum hatte Talent und auch Glück. Der damals legendäre Trainer von Viktoria Köln holte ihn in die Vertragsspielermannschaft.
Seine Fußballkarriere führte ihn bis zum niederländischen Spitzenverein PSV Eindhoven. Doch während seiner Zeit auf dem Platz nahm sein Leben eine unerwartete Wendung.
"Ich habe stets die Gitarre dabei gehabt, ich wollte immer gerne singen. Im Bus, während der Fahrt zu den Spielen, wurde immer gesungen."
Sein Trainer stellte den Kontakt zur Musikbranche her: Ein Mitglied seines Skat-Clubs empfahl den talentierten Fußballer und enthusiastischen Gitarrist dem Produzenten Hans Bertram. Dieser erkannte das Potenzial des jungen Mannes und gab ihm den Künstlernamen Jack White – passend zu seinem bereits unter Vertrag stehenden Künstler Roy Black.
"Als ich im Vorzimmer wartete, sagte mir die Sekretärin ganz nebenbei: Übrigens, wissen Sie schon, wie Sie heißen? Sie heißen jetzt Jack White."
Jack Whites holpriger Start in der Musikbranche
Doch der Start in der Musikbranche verlief holprig. Nach einer enttäuschenden Zusammenarbeit mit Bertram zog Jack White nach Berlin und wurde Disc-Jockey.
"Die Leute wollen mich nicht als Sänger und so bin ich auf die andere Seite gegangen."
Ende 1968 wagte er es zum ersten Mal, für einen anderen Sänger zu produzieren und ein halbes Jahr später gelang der erste große Wurf: Roberto Blanco gewann mit "Heute so, morgen so" den "Deutschen Schlagerwettbewerb".
Im Interview mit SWR4 erzählte uns Jack White: "Und dann hat mir der liebe Gott den Tony Marshall geschickt und es ging so richtig los". Als Jack White schließlich entschied nach Amerika zu gehen, wurde er von vielen belächelt.
Der Durchbruch mit "Self Control"
Doch Jack White belehrte seine Kritiker eines Besseren. Mit Laura Branigans "Self Control" gelang ihm 1984 ein Welthit, der ihn endgültig in die Liga der internationalen Top-Produzenten katapultierte. "Wenn man drüben einen Erfolg hat, hat man ihn auf der ganzen Welt", erklärte er später.
Von diesem Moment an arbeitete er mit Stars wie Paul Anka, Pia Zadora und Jermaine Jackson zusammen. Seine Produktionen eroberten die Charts und machten ihn zu einem gefragten Namen in der Musikindustrie. Insgesamt sind seine Lieder auf über einer Milliarde Tonträgern weltweit vertreten – ein Meilenstein, der ihn in die Top-Liste des US-Fachblatts "Billboard" katapultierte.
Rückzug und neue Wege
Im Mai 2014 zog Jack White einen Schlussstrich unter seine Karriere im Showgeschäft. In einer emotionalen Samstagabend-Show mit Florian Silbereisen verabschiedete er sich von der Bühne. Gemeinsam mit Künstlern wie Lena Valaitis präsentierte er sein "Letztes Lied" – ein Moment, der mit Standing Ovations gefeiert wurde. "Aufzuhören war ursprünglich nicht mein Plan, aber die Musikbranche hat sich verändert", sagte er später.
Jack White starb mit 85 Jahren in Berlin.