Nach Konzerten in Hannover und Kiel am Wochenende mit neuen Songs aus dem Album "Changes" haben Sänger Kai Wingenfelder und Gitarrist Christof Stein-Schneider von Fury In The Slaughterhouse einen Zwischenstopp bei uns in Mainz eingelegt. Schaut euch ihren Besuch im SWR1 Studio an.
Fury In The Slaughterhouse über ihr neues Album "Changes"
Mit "Time To Wonder" und "Won't Forget These Days" sind Fury In The Slaughterhouse Ende der 1980er- und Anfang der 90er-Jahre bekannt geworden. Nach fast 40 Jahren Bandgeschichte gibt es nun wieder ein neues Album! "Changes" ist der dritte Teil ihrer Albumtrilogie. Zuerst "Now", dann "Hope" und nun also "Changes" – "Veränderungen".
Sänger Kai Wingenfelder und Gitarrist Christof Stein-Schneider haben uns im SWR1 Studio in Mainz besucht und von ihrem neuen Album "Changes" erzählt.
SWR1: Am 26. Juni ist euer neues Album "Changes" herausgekommen und am gleichen Tag habt ihr die neuen Songs in eurer Heimat in Hannover bei einem Konzert gespielt. Seid ihr umarmt worden von eurem Publikum?
Kai Wingenfelder: Ja, sind wir, und es war sehr schön. Es hat wirklich Spaß gemacht und es ist schön zu sehen, wie die Leute das Album abfeiern. Das freut uns, und wir mögen es auch. Das war für uns ein besonderes Album, und anscheinend ist es das für viele Leute da draußen auch.
Christof Stein-Schneider: Wie sind eh gerade gebenedeit. Dass wir jetzt nach fast 40 Jahren Bandkarriere mit großen Krisen zwischendurch – es gab uns gar nicht mehr – jetzt so ein Album und solche Songs mit Vincent (Anm. d. Red.: Musikproduzent Vincent Sorg) zusammengeschrieben haben, ist ein großes Geschenk. Da können wir einfach nur Danke sagen. Und gesund sind wir auch noch. Also, was willst du mehr?
Album "Changes" handelt von Veränderungen, die notwendig sind
SWR1: Der neuste Song vom Album "Changes" heißt "Fix This Crack", also eine Sache, die man wieder in Ordnung bringen muss. Was muss man da wieder in Ordnung bringen?
Wingenfelder: Es geht darum, dass man sich mit Geld viele Dinge kaufen kann. Man kann sich das Leben damit auch angenehm machen. Aber das, worauf es wirklich ankommt, kann man sich mit Geld nicht kaufen: Liebe und Glück. Ohne das ist das Leben eigentlich relativ sinnlos.
Fury In The Slaughterhouse in Mainz unterwegs
SWR1: Christoph, du warst gestern in Mainz unterwegs?
Stein-Schneider: Genau, ich war im Musikhaus Moor und habe mir neue Saiten gekauft für meine Akustikgitarre. Dann durfte ich dort verfolgen, wie der sehr freundliche Verkäufer einem kleinen Mädchen eine Ukulele verkauft hat, was ich sehr schön fand.
Denn wir müssen auf den Nachwuchs achten. Ich glaube, das Wichtigste für Kinder ist: Jedes Kind sollte einmal in seinem Leben die Chance haben, mit Musik in Verbindung zu kommen. Und dann hab ich da auch noch eine lilafarbene Metal-Ukulele gesehen. Die hab ich dann dem Kai mitgebracht.
Wingenfelder: Ich war schwer überrascht und sehr erfreut.
Das neue Album entstand in Dänemark
SWR1: Euer Produzent Vincent Sorg ist mit euch für das Album in ein Ferienhaus nach Dänemark gegangen. Wie war's?
Wingenfelder: Wir haben uns da eingeschlossen, das war das Experiment. Deswegen ist es auch das einzige und erste Album, was wir gemacht haben, bei dem wir wirklich alle Songs zusammengeschrieben haben.
Oben im Wohnzimmer haben wir ein bisschen Mini-Equipment aufgebaut, und dann saßen wir da oben, sechs Mann und Vincent, und haben ohne eine einzige Idee einfach angefangen mit nichts. Und das haben wir zweimal gemacht. [...]
Dann sind wir nur noch hinterher ins Studio nach Münster zu Vincent und haben den Deckel drauf gemacht. [...]
Ich glaube, dass es dringend nötig ist, unsere Verhaltensweisen mal zu überdenken.
Darum geht es auf dem Album "Changes"
SWR1: Das Album "Changes" ist der Schlusspunkt eurer Trilogie.
Wingenfelder: Im Grunde genommen geht es bei "Changes" um die Veränderungen, von denen wir denken, dass sie passieren müssen und das relativ simpel ist. Wir sind eine Ich-Gesellschaft geworden oder vielleicht sogar eine Ich-Welt.
Es geht immer darum, was ist für mich das Größte, was ist das Beste, wo kriege ich die meiste Kohle her, was mache ich? Aber so werden wir diese Welt nicht wieder auf die gerade Schiene bringen. Wir müssen in den Wir-Modus schalten. [..] Ich glaube, dass es dringend nötig ist, unsere Verhaltensweisen mal zu überdenken.