Markus Gabriel über KI, Moral und Europas Verantwortung
„Wir stehen vor einer Umwälzung von mythischer Dimension“, sagt der Bonner Philosoph Markus Gabriel. Large Language Models hätten gezeigt, dass Sprache weniger Informationstransfer als Gefühlsträger ist. KI-Systeme lesen nicht nur Daten, sie dechiffrieren Stimmungen, Konflikte, unsere verborgenen moralischen Überzeugungen.
In seinem neuen Buch „Ethische Intelligenz“ fordert Gabriel deshalb einen Perspektivwechsel: Nicht Regulierung allein, sondern Kooperation. KI solle zum ethischen Resonanzraum werden, nicht als Ersatz des Menschen, sondern als Instanz, an der wir unser eigenes Urteil schärfen.
Das Menschliche der Maschine: „Ethische Intelligenz“ von Markus Gabriel
Gerade für Europa liege darin eine kulturelle Chance. Zwischen Plattformkapitalismus und geopolitischer Machtpolitik könne eine ethisch informierte Technologie zur selbstbewussten Antwort werden. Die Maschine liefert den Spiegel. Was wir darin erkennen, entscheidet über die Zukunft des Guten.
Mehr zu KI
„Eine Technologie, die eigentlich der gesamten Menschheit gehören müsste“ Künstliche Intelligenz schreibt immer mehr Bücher
KI beschäftigt die Buchbranche. Der Autor belmonte sieht große Chancen im Einsatz von KI. Tom Hillenbrand spielt in seinen Krimis die Gefahren einer übermächtigen KI durch.