Ein Montagmorgen in der fiktiven Kleinstadt Lasseren im Emsland. Hier, im vermeintlichen Nirgendwo zwischen Osnabrück und niederländischer Grenze, steht die gigantische Geflügelverarbeitungsfabrik Möllring mit mehr als 2000 Beschäftigten. Bachmannpreisträgerin Nava Ebrahimi führt in ihrem Roman, der auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis stand, eine Reihe von Menschen zusammen und verknüpft deren Leben miteinander.
Die alleinerziehende Arbeiterin in der Geflügelfabrik träumt von einem Job in der Verwaltung und schließt in ihrer Überforderung am Morgen ihre pubertierende Tochter in der Wohnung ein.
Eine Schriftstellerin mit iranischen Wurzeln trifft in Lasseren ein, um sich mit einem afghanischen Flüchtling zu treffen, dessen Gedichte sie übersetzen soll. Der wiederum hatte am Vortag einen Unfall, von dessen Schock er sich noch nicht erholt hat.
Eine Ingenieurin soll eine revolutionäre Kameratechnik in der Geflügelfirma installieren. Verantwortlich dafür ist ein leitender Angestellter, der mit seiner Einsamkeit kämpft und mittels App polnische Frauen kennenlernen will. Eine davon ist die Geliebte des afghanischen Dichters, die an diesem Tag eine Entscheidung treffen muss.
Sie alle kommen aus ihren biografischen, sozialen Zwängen und den Prägungen ihrer Herkunft nicht heraus. Das Leitmotiv des Romans ist die so genannte „wooden breast“, die verholzte Brust, die bei Hühnern in Massentierhaltung auftaucht. Ein Bild für eine verhärtete Gesellschaft insgesamt.