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Eva Schmidt: Neben Fremden

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Eva Schmidt ist vielleicht die brillanteste Unterschätzte im deutschsprachigen Literaturbetrieb. Sie schreibt schmale Bücher von großer sprachlichen Präzision. Weder ihre Schauplätze noch ihre Protagonisten sind spektakulär, aber ihre Beobachtungsgabe, ihr Einfühlungsvermögen und ihre Lebensklugheit sind auf unvergleichliche Weise ausgeprägt.

Jedes ihrer Bücher wird zum Ereignis, ganz gleich, wovon es handelt. Wobei es hauptsächlich die Lebens- und Einsamkeitskrisen von Menschen sind, derer sich die 1952 in Vorarlberg geborene Autorin annimmt.

Das war so in ihrem 2016 erschienenen Roman „Ein langes Jahr“, mit dem Schmidt nach 20 Jahren Schweigen ein Comeback feierte und der in einem Reigen aus Miniaturen von beschädigten Leben in einer trostlosen Siedlung erzählte. Der Roman stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises.

Und auch Schmidts neuer Roman „Neben Fremden“ kommt leise daher. Die Protagonistin ist Rosa, eine pensionierte Krankenschwester, die ein einsames Leben führt und nur eine echte Freundin hat. Es gibt einen Mann in ihrem Leben, doch der ist verheiratet und stirbt eines Tages überraschend. In einem Campingbus bricht Rosa auf, doch wohin? Ist es eine Flucht, ein Neuanfang?

Als sie ein Brief von ihrem Sohn erreicht, der sich schon vor Jahren von ihr losgesagt hat, bekommen die Dinge noch einmal eine neue Wendung. Vielleicht. Tastend, den Verletzungen ihrer Figuren sanft nachspürend, stellt Eva Schmidt die Frage, wer sich ein Urteil darüber erlauben darf, ob sich ein Leben erfüllt nennt oder nicht.

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SWR