Was für ein Werk! 1554 Seiten in drei Bänden. Der in Berlin geborene Österreicher Peter Waterhouse holt 19 Jahre nach „Krieg und Welt“ erneut zum großen Wurf aus. Es ist die Erkundung einer Familiengeschichte über mehrere Generationen, die Waterhouses Erzähler unternimmt. Ein Gang durch die mährische, sudetische, schlesische, deutsche und österreichische Geschichte. Der Erzähler wird kurz vor Anbruch des 20. Jahrhunderts geboren; ein Wanderschauspieler, der die Archive befragt.
Wo setzt man an? Vielleicht bei Edgar Alker, dem Großvater des Erzählers. Der durchläuft eine militärische Ausbildung, kämpft im Ersten Weltkrieg und lernt danach eine Pianistin kennen, die er heiratet. Ein Paar mit musischen Ambitionen, doch anstatt Schriftsteller zu werden, stellt Edgar Alker seine Sprache in den Dienst der Nationalsozialisten und wird Reichsschriftleiter.
Literatur spielt eine bedeutende Rolle in diesem Roman. Nicht nur, dass die Bibliothek der Großeltern eine wichtige Archivfunktion einnimmt – es geht auch immer darum, wer wie schreibt, wer schreiben darf, wer über die Worte verfügt, wer die Sprache beherrscht. Der Roman selbst begibt sich auf die Suche nach einem Gegenprogramm, das in einer Poetisierung und Zartheit der Worte besteht.
Außerdem ist „Z Ypsilon X“ ein turbulenter Jahrhundertroman. Es treten auf: Ludwig Wittgenstein, Werner Bergengruen und Primo Levi, Karl Kraus, Peter Altenberg und Georg Trakl. Aber auch Helmut Kohl. Und Gott. Da ist für jeden etwas dabei.