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Versetzt statt verurteilt – Katholische Priester, Missbrauch und Strafvereitlung

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Von Autor/in Gabriele Knetsch

Priester, denen sexueller Missbrauch vorgeworfen wurde, konnten sich ins Ausland absetzen. Oft mit Wissen hochrangiger Kirchenvertreter. In mehreren Fällen führten Versetzungen dazu, dass Beschuldigte nicht strafrechtlich belangt werden konnten. 

Schützt die katholische Kirche mutmaßliche Missbrauchstäter?

Bis in die 2010er Jahre lassen sich Auslandseinsätze von Priestern mit Missbrauchsgeschichte nachweisen. Aus den Einsatzländern werden Stimmen lauter, die eine Aufarbeitung fordern.

Versetzung nach Namibia

Im ARD Radiofeature steht ein bayerischer Priester und Internatsleiter im Zentrum: Mitte der 70er Jahre wurde er nach Namibia versetzt, nachdem mehrere Buben sexuelle Übergriffe im Schlafsaal beim Bistum gemeldet hatten. Einer der damaligen Betroffenen berichtet, dass der Priester plötzlich verschwunden war. Heute ist er geschockt – als er erfährt, was hinter den Kulissen passiert ist.

Der Fall Eichstätt

Ein anderer Priester aus Eichstätt, der in Deutschland per Haftbefehl gesucht wurde, entzog sich der Strafverfolgung durch eine Flucht über eine Mission in Tansania nach Brasilien – dort wirkte er in einer armen, abgelegenen Gegend. Der Autorin vorliegende Dokumente belegen, dass es in der Kirche hochrangige Mitwisser gab.

Missbrauch in Lateinamerika – Verantwortung in Europa

Diese Versetzungspraxis lässt sich nicht nur für Deutschland nachweisen. Spanische Jesuiten wurden nach bekannten Missbrauchsvorwürfen an einer Schule im bolivianischen Cochabamba eingesetzt. Dort sollen sie zahlreiche Kinder missbraucht haben. Hunderte von Opfern haben sich gemeldet. Nun fordern die bolivianischen Betroffenen, dass die Kirche in Europa Verantwortung für das Unrecht übernehmen soll.

Produktion: BR 2026

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Autor/in
Gabriele Knetsch