Büstenhalter

Patent-Geschichte des BHs

Neben Hugo Schindler reichten auch viele andere um 1900 BH-Patente ein.

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Das Bild zeigt eine Werbung des Cadolle-Dessoushauses.
Die Französin Herminie Cadolle erhielt bereits am 16. Juni 1889 in Paris ein Patent auf ihre den „Busen haltende Konstruktion“. Aufgrund ihrer Freundschaft zu Louise Michel, eine aufständige Anarchistin und Feministin, wanderte sie einige Jahre nach Argentinien aus, wo sie ein Geschäft eröffnete, in dem maßgeschneiderte Unterwäsche verkauft wurde. Nach ihrer Rückkehr nach Paris 1889 eröffnete sie auch dort einen Dessous-Laden. Dort verkaufte sie ihr patentiertes Oberteil, das die Brüste mit Hilfe von Schultergurten stützte. KHARBINE-TAPABOR
Kommunikation in Nürnberg (Bayern) im Vorfeld der Ausstellung "Body Talks - 100 Jahre BH" zu sehen.
Am 5. September 1899 wurde das erste deutsche Büstenhalterpatent von der Dresdnerin Christine Hardt angemeldet, das ebenfalls dem Korsett (s. Bild) den Kampf ansagen sollte. Die Masseuse und Lehrerin für Heilgymnastik verwendete für ihre BH-Konstruktion Hosenträger, die sie an einem Stück Stoff befestigte. Hardts BH wurde vermutlich nicht auf nackter Haut, sondern über einem Hemd getragen, wie Skizzen verraten. Das „Frauenleibchen als Brustträger“ verfügte über eine eingearbeitete Knopfleiste, war größenverstellbar und für stillende Mütter leicht zu öffnen. picture alliance, Daniel Karmann
Ein Besucher betrachtet Dienstag (28.02.2012) in Stuttgart im Stadtmuseum Bad Cannstatt die Ausstellung "Prima Donna: Zur wechselvollen Geschichte einer Cannstatter Korsettfabrik". Die Ausstellung beleuchtet die Geschichte der Cannstatter Familie Lindauer: Die Wäschehersteller produzierten die ersten industriell gefertigten BHs.
Eine der ersten BH-Erfindungen kommt auch aus dem Südwesten. Wilhelm Meyer-Ilschen aus Cannstatt entwickelte 1904 die „Bruststütze ohne Unterteil“. In der Korsettfabrik seines Schwiegervaters S. Lindauer wurden BHs später erstmals industriell in Serie produziert. Das Unternehmen wurde während des Nazi-Regimes nach Wilhelm Meyer-Ilschen umbenannt, da die jüdische Lindauer-Familie bedroht war und so der Enteignung entgehen konnte. Das Bild zeigt einen Teil der Ausstellung „Prima Donna: Zur wechselvollen Geschichte einer Cannstatter Korsettfabrik“ in Stuttgart. picture alliance, Franziska Kraufman
Eine Frau betrachtet am 2014 in der Ausstellung Body Talks - 100 Jahre BH in Frankfurt am Main eine Vitrine mit einem Portrait einer der Erfinderinnen des BHs, Mary Phelbs Jacob, der Patentschrift und der Modezeichnung des Models (unten v.l.).
Die US-Amerikanerin Mary Phelps Jacob ist mit ihrem BH-Patent, das sie am 3. November 1914 erhalten hat, im Vergleich recht spät dran. Die „Backless Brassiere“ wurde jedoch in der New Yorker Upper Class schnell beliebt, da sie rückenfrei war. Ihren BH verkaufte sie später für eine hohe Summe an die Filmproduktions-Tochter Warner Brothers Corset Company. epd
Erstmals publiziert am
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Autor/in
SWR